Wenn Lieben zur Pflege wird – Antizipatorische Trauer im Pferdekontext

Shownotes

Trauer beginnt nicht immer erst dann, wenn etwas vorbei ist. In dieser Folge sprechen wir über antizipatorische Trauer – also die Trauer, die entsteht, während dein Pferd noch lebt, sich aber bereits etwas verändert. Was passiert, wenn aus Beziehung plötzlich Pflege wird? Wenn du nicht mehr nur Begleiter bist, sondern Caregiver? Und warum fühlt sich dieser Zustand oft so zermürbend an?

🧠 In dieser Folge geht es um: Warum Pferde für viele Menschen funktional Familie sind Warum Bindung laut Neurobiologie ein Regulationssystem ist Was passiert, wenn diese Sicherheit durch Krankheit wegbricht Warum antizipatorische Trauer nicht automatisch entlastet Wie sich Beziehung verändert, wenn du zum Caregiver wirst

📚 Studien & Quellen

🐾 Human–Animal Bond Walsh, F. (2009).

Human–Animal Bonds II: The Role of Pets in Family Systems

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19930433/

Vitale, K. R. et al. (2021).

Family Member, Best Friend, Child or “Just” a Pet? Owners’ Relationship Perceptions

https://www.researchgate.net/publication/357344117

🧠 Neurobiologie & soziale Regulation

Barrett, L. F. (2017).

The Theory of Constructed Emotion

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5390700/

Atzil, S., Barrett, L. F. et al. (2017).

Social Regulation of Allostasis

https://www.affective-science.org/pubs/2017/atzil-barrett-social-reg-2017.pdf

Beckes, L., & Coan, J. A. (2011).

Social Baseline Theory

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4375548/

Coan, J. A. et al. (2006).

Lending a Hand: Social Regulation of the Neural Response to Threat

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17201784/

⚖️ Antizipatorische Trauer Johansson, A. K. et al. (2021).

Anticipatory Grief: A Systematic Review

https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2021.772696/full

Majid, U., & Akande, A. (2021).

Anticipatory Grief Experiences in Family Caregivers

https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/10664807211000715

🐴 Caregiver Burden im Tierkontext

Spitznagel, M. B. et al. (2017).

Caregiver Burden in Owners of a Sick Companion Animal

https://bvajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1136/vr.104295

Spitznagel, M. B. et al. (2019).

Quality of Life, Caregiver Burden, and Anticipatory Grief in Pet Owners

https://bvajournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/vetr.74

🧩 Trauermodelle

Stroebe, M., & Schut, H. (1999).

The Dual Process Model of Coping with Bereavement

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0272735816000039

NY Times https://www.nytimes.com/2025/10/17/well/anticipatory-grief.html

Mehr zu Equidemia:

Mein Buch zur Bodenarbeit: https://amzn.to/3OqwfqS

Warteliste der Masterclass: https://equidemia.com/en/masterclass-english/ Membership 7 Tage testen: https://shop.equidemia.com/s/Equidemia/knowledge-nerd/payment

Equidemia Webinare, Onlinekurse und mehr: https://shop.equidemia.com/s/Equidemia

Welfare Bundle: https://shop.equidemia.com/s/Equidemia/Welfare-Bundle/payment

Pain Ethogram: https://shop.equidemia.com/s/Equidemia/pain-signals/payment

Horse Grimace Scale: https://shop.equidemia.com/s/Equidemia/HSG/payment

Instagram: https://www.instagram.com/equidemia.celina.skogan/

Facebook: https://www.facebook.com/equidemia

Transkript anzeigen

00:00:00: In den letzten Episoden haben wir viel darüber gesprochen, wie Verhalten Bewegung entsteht.

00:00:06: Was wissen wir aus der Wissenschaft und warum das was wir sehen ganz selten die ganze Geschichte ist?

00:00:14: Heute geht es um etwas ganz anderes.

00:00:17: ich habe etwas anderes für euch mitgebracht über dass was viele fühlen aber wo wir ja das selten wirklich einordnen und zwar geht zum Trauern um Trauer, die beginnt noch bevor das vorbei ist.

00:00:30: Und ich möchte diese Folge so ein bisschen persönlich beginnen, denn es ist ein sehr persönliches Thema.

00:00:35: Ich bin auf dieses Thema nochmal gestoßen, weil ich die Tage hier auf Gotland ... Wir haben gerade ein bisschen Regen, es ist Zeit sich vom Kamin einzukuscheln und es langsam angehen zu lassen.

00:00:47: Ein Podcast gehört den ich euch auch gerne in den Show Notes empfehlen möchte, indem es genau um dieses Thema ging, antizipatorische Trauer.

00:00:56: Du merkst, ich muss noch ein bisschen üben das Wort auszusprechen ist ein kleines bisschen schwierig.

00:01:01: Antizipatorsche Trauer also Trauer um etwas was noch nicht vorbei ist sondern wo wir den Verlust erwarten.

00:01:12: und Ich saß da und dachte mir trifft mich gerade ziemlich genau ins Herz.

00:01:19: Und dann habe ich lange überlegt ob ich das Thema in ihrem Podcast aufgreifen möchte besonders weil das so nah ist.

00:01:25: Aber ich glaube genau deshalb gehört es hier hin, denn ich bin nicht die Einzige der das so geht.

00:01:32: Ich sehe das in meinem Umfeld bei einigen Schülern, die gerade ein Tier verloren haben oder dabei sind einen Tier zu verlieren und ich finde dass wir auch diese Emotionen gerne ein bisschen Raum geben dürfen.

00:01:47: Deswegen herzlich willkommen.

00:01:49: zurück zum Equidemia-Podcast, zu Equidemia Insights.

00:01:53: Mein Name ist Selina Skogarn und ich bin euer Hungs und die Gründerin von Equedemia.

00:01:58: Equedemia steht für die Verbindung von evidenzbasierten Training-, Ethik- und Reibkunst und für ein Arbeiten mit Pferden das auf Erkenntnis-, Empathie- und Verantwortung basierte.

00:02:10: Ich glaube nämlich daran dass wenn wir Pferde wirklich verstehen Und aus unserer eigenen Methodenbrille rauskommen und ein bisschen in die Evidenz reinkommen, dass unser gemeinsames Leben so viel schöner und leichter werden kann.

00:02:25: Als Trainerin stehe ich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis und in dem Podcast geht es eben auch immer wieder genau darum, wir tauchen eine bisschen in unsere aktuelle Forschung ein um gemeinsam mit euch Training und Pferde wirklich zu verstehen, statt sie nur zu korrigieren.

00:02:43: Und am Ende des Tages Pferdetraining neu zu denken.

00:02:48: Heute geht es um Beziehung.

00:02:49: Wir wissen alle, Beziehungen ist das Alpha- und das Omega-Inzusammensein mit unseren Pferden.

00:02:55: Um was passiert, wenn diese Beziehungs sich verändert?

00:02:58: Was das auch mit mir als Mensch macht!

00:03:01: Was antizipatorische Trauer also wirklich ist und warum das in unserem Kontext eine eigene Qualität bekommt ... Darüber möchte ich heute mit euch ein bisschen gemeinsam philosophieren.

00:03:13: Viel Spaß dabei!

00:03:15: Wenn wir über das große Thema Trauer sprechen, müssen wir eigentlich an einer ganz anderen Stelle anfangen und zwar um die Bindung zu unsantieren und warum Tiere für unseren Teil der Familie sind.

00:03:32: Da gibt es mittlerweile tatsächlich auch viel Forschung zu aber ich weiß gar nicht ob wir die Forschung dazu unbedingt bemühen müssen, denn die meisten von uns wissen wie wertvoll unsere Pferde, unsere Hunde und unsere Katzen was auch immer du zuhause hast für uns sind.

00:03:52: Natürlich ist das immer schön, wenn wir dazu auch ein kleines bisschen Evidenz haben und den Behörden sind immer noch von ganz vielen.

00:03:58: Man soll sich nicht so anstellen, es ist ja nur ein Hund oder eine Katze oder ein Pferd.

00:04:03: Wenn wir aber in die Forschung gucken, dann sehen wir ziemlich eindeutige Zahlen.

00:04:07: In dem Jahr zwei Tausendneun gibt's ein schönes Paper von WALGE, d.h.

00:04:13: Human Animal Bonds The Role of Pets in Family System.

00:04:18: Und da wird sehr schön beschrieben, dass Haustiere funktional in das Familiensystem integriert sind und nicht weniger oder mehr Stellenwert haben als die zweimaligen Familienmitglieder auch.

00:04:32: Mein Hund können mir also durchaus genauso nah sein wie mein Kind oder wie meinen Partner.

00:04:38: Dann gibt es noch ein paar neue Arbeiten dazu.

00:04:40: Da wird also immer mal wieder reingeguckt und immer mal weiter geforscht, die den schönen Namen hat family member best friend child or just a pet von einundzwanzig.

00:04:51: Hier wird gezeigt oder schön nachgezeichnet dass Tiere auch von ihren Haltern überwiegend als Familienmitglieder oder eben als gleichwertige Beziehungspartner eingeordnet werden und ich kann das durchaus für mich bestätigen.

00:05:04: Ich bin sehr froh gerade nach den Verlusten die wir Anfang des Jahres erlitten haben dass unser kleiner Hund hier rund und gesund um mich rumspringt, und mich auf meinen Reisen begleitet.

00:05:19: Das gibt mir sehr viel Entspannungssicherheit und alles was dazugehört.

00:05:24: Das bedeutet also erst mal überhaupt nicht das die Beziehung vermenschlicht wird sondern es bedeutet die Beziehen ist nicht weniger wert!

00:05:33: als eine menschliche.

00:05:34: Und das ist ein ganz anderer Hausnummer, es geht nicht darum zu sagen ... mein Hund ist mein Kindersatz, sondern es geht darum, dass die Beziehung in der Qualität gleich oder ähnlich sein kann wie die zu einem Menschen.

00:05:50: Denn die erfüllt natürlich auch ähnliche Funktionen.

00:05:53: Sie gibt uns Regulation sie gibt uns Nähe, sie gibt Uns Sicherheit und genau deshalb wird er Verlust auch nicht kleiner wenn wir denn einen Verlust erleben und ist auch genauso zu betrachten.

00:06:06: Und auch als genauso wertig, wertvoll ... ähm ... und genauso schlimm dann am Ende des Tages.

00:06:11: Also genau so tiefer Einschnitt für uns, wenn da irgendwas schief geht oder wenn wir ein Tier in unserem Leben verlieren?

00:06:22: Wir machen kleine Ausflug!

00:06:24: Ich weiß nicht ob ihr die Folge gehört habt.

00:06:25: Falls ihr sie noch nicht gehört habt solltet ihr das dringend tun.

00:06:28: ich hab Als Jahr ist Anfangsfolge gemeinsam mit meiner Kollegin, mit der Kitty zusammen eine Folge gemacht zum Thema Seven and a Half Lessons about the Brain.

00:06:39: Es ist im Buch von Leiser Feldman Barrett, Neurobiologin, Neuropsychologin.

00:06:47: Mega spannendes Buch wo es um das Gehirn und die Gehirnenfunktionen geht.

00:06:52: Darum, wie unter der neuen Interpretationen der Gehirnfunktion sich das eine oder andere verschiegt von denen wir lange gedacht haben.

00:07:02: Es wäre wahr?

00:07:06: Empfehle ich jeden Mal zu lesen, empfehle auch jedem mal in dem Podcast zu hören um so einen kleinen Teaser zu bekommen.

00:07:12: Es ist nicht schwierig zu lesern.

00:07:13: als Page-Turner also kann man sich wirklich auch gut zur Amstrand oder abends im Bett mal eben reinlesen.

00:07:19: es kurz knackig gut geschrieben.

00:07:22: man muss sich nicht durch Studien quälen sondern das ist für jeden nach vollziehbar.

00:07:27: Einmal hier ganz kurz zusammengefasst.

00:07:29: Wir gehen nicht durchs ganze Buch, sondern nur für das was... Nur durch das, was für uns in diesem Kontext wichtig ist.

00:07:35: und da es für uns wichtig dass das Gehirn erstmal ein Regulationsorgan ist gar nicht primär ein Denkorgan, sondern es ist ein Regulationsorgan und ist damit beschäftigt die Zukunft möglichst stabil vorher zu sagen wir können jetzt in dem Kontext auch noch mal daran denken dass die Neurologie und das Nervensystem, damit auch das Gehirn ein wichtiger Teil von Bewegung ist.

00:08:01: Darüber haben wir in den letzten Wochen viel gesprochen hier.

00:08:06: Sagt also auch Bewegung voraus?

00:08:08: Da kommt wieder das Thema Propezeption und so ein Spiel aber ... Jetzt muss ich mal eben mir selber auf die Finger hauten, dass sich den roten Faden behalten.

00:08:18: Lass uns mal bei dem Thema Regulation hier bleiben!

00:08:22: Denn es steuert erstmal Energieressourcen und auch Stabilität.

00:08:26: Und das Prinzip nennt sich Allostase.

00:08:30: Jetzt müssen wir einmal kurz erklären was der Unterschied ist zwischen Allostasse und Homostase?

00:08:35: Homostarse wäre immer das perfekte Gleichgewicht, das wär immer die perfekste Balance alle in den meisten unserer Leben.

00:08:44: Ich weiß nicht, wie das so bei dir ist aber bei mir klappt das ganz selten mit der Humiwurst.

00:08:48: Freut mich immer wenn sie mal das.

00:08:50: Aber manchmal geht auch mal hoch und runter und dazwischen ist man wild und dann macht's einen kleinen Porzelaum.

00:08:55: Und in all diesen Zuständen müssen wir irgendwie leben oder auch überleben und dass es im Endeffekt das Prinzip der Allostase, unser Gehirn und so gut reguliert.

00:09:09: Und dann dieses ganze Auf- und Ab- oder die realen Lebensumstände, das reale System mit dem wir konfrontiert sind, so gut adaptiert dass wir damit klarkommen, dass wir eine Adaption finden.

00:09:27: um mit diesen ganzen Prozessen klarzukommen Gibt es eine ganz spannende Arbeit auch von ihr aus dass die Regulation nicht nur in mir selber passiert, sondern eben auch zwischen Individuen und zwar zwischen allen Individuern mit denen wir in Verbindung stehen.

00:09:52: Das bedeutet das ein großer Anteil von dem wie wir mit einer Situation umgehen oder klarkommen können ob wir ruhig bleiben können wenn es wild ist auch was mit unserem Umfeld zu tun hat.

00:10:06: Ich mag gar nicht so sehr in dieses Thema Nervensystem-Regulationen gehen, wenn mir noch irgendjemand was von Nervenystem Regulation erzählt könnte es sein dass ich ausraste.

00:10:16: Ich habe kürzlich einen schönen Vergleich gehört.

00:10:18: da hat auch jemand gesagt wie war das noch?

00:10:23: Nerven System Regulation ist die neue Art um Frauen ruhigzustellen.

00:10:27: War mich ein ziemlich schönes Vergleich.

00:10:30: Ich glaube, ich ist das mit den Pferden auch.

00:10:32: Ich möchte erst wieder bei Nervensystem-Regulation bitte sprechen.

00:10:35: Wenn wir vorher über Haltungsbedingungen gesprochen haben, wenn wir über Schmerz gesprochen haben und dann wir über Rationsanpassung gesprochen haben – dann können wir auch wieder über Nervensystemregulationen und Entspannungstechniken sprechen.

00:10:47: Bis dahin lassen wir das einfach mal!

00:10:50: Genau also unser Gehirn ist dafür verantwortlich in diesem Prozess der Allostase möglichst gut uns anzupassen und zu regulieren.

00:11:01: Und je mehr verlässliche Beziehungen wir haben, desto besser gelingt uns das.

00:11:05: dann können wir uns diesen Regulationsprozess nämlich teilen.

00:11:08: Das ist die schönste Sache dabei!

00:11:14: Denn verlässliche Beziehung reduziert Stress damit auch den Energieverbrauch und vor allem die ganze Unsicherheit um uns herum.

00:11:23: Da gibt es ein schönes Experiment, so vielleicht habt ihr das schon mal gehört, das heißt Holding the Lovers Hand.

00:11:32: In diesem Experiment wurde sehr, sehr schön gezeigt dass die Bedrohungsreaktion eines Gehirns bei sozialer Nähe sprich wenn ein geliebter Mensch in deiner Nähe war sofort runtergegangen ist.

00:11:46: Wir haben uns also sofort sicherer gefühlt und wir können davon ausgehen, dass das sicherlich auch funktioniert wenn unser geliebter Hund oder unser liebtes Pferd in der Nähe

00:11:56: ist.".

00:11:57: Das bedeutet also die Geschichte mit der Bindung?

00:12:01: Das ist nicht nur was, was wir uns irgendwie ausdenken sondern es ist ein durchaus biologisches Regulationssystem, das für uns alle überlebenswichtig ist.

00:12:12: Ich glaube so langsam wird klar, warum das besonders die Bindung zu unserem Tier ist.

00:12:19: Dass das und das Gefühl von Sicherheit, das Gefühl einer Verhersagbarkeit in dieser Beziehung... Das ist ja auch oft das was wir hören wenn wir miteinander über Tiere reden.

00:12:31: mein Bund ist immer für mich da.

00:12:32: meine Katze verlässt mich nicht.

00:12:36: ich bin gerne bei meinem Pferd weil es mich erdet Wenn diese Bindung so essentiell für uns ist und auch die Vorhersagbarkeit für unsere Eigenregulation so wichtig ist, dann wird ziemlich klar was passiert wenn diese Sicherheit anfängt brüchig zu werden.

00:12:57: Wir nehmen ein Pferd krank Egal ob das jetzt ein Trauma ist oder so wie in meinem Fall eine genetische Erkrankung, die dann degenerativ ist.

00:13:06: Dann passiert ja was ziemlich Spezielles.

00:13:09: Die Bindung bleibt auf der einen Seite stehen aber die Sicherheit beginnt zu kippen und genau hier setzt dieses Worling von antisepatorischer Trauer entsprechend an.

00:13:22: So ne ganz richtige Definition von antiseptatorischen Trauer Gibt es nicht.

00:13:29: Je nachdem, welches Paper man liest gibt's da verschiedene Definitionen von und es gibt auch keine wirklich Konsistenz-Evidenz dafür dass antizipatorische Trauer Menschen tatsächlich auf den Verlust vorbereitet der kommt.

00:13:45: das hat man eine lange Zeit geglaubt.

00:13:47: Man merkt aber in den neueren Übersichtsstudien und dann gibt noch ein paar Meter Studien dazu Dass die Trauer nach dem Verluste nicht weniger ist als bei Leuten, die spontan Familienmitglied oder jemanden, den sie liegen verloren haben.

00:14:03: Und das ist sicherlich was ich auch so bestätigen kann.

00:14:10: Das antisuppatorische Trauern Ja, auf der einen Seite ein frühes Trauern und bei mir war das so.

00:14:15: Ich habe eben keine Pferde verloren mit denen ich schon ein ganzes Leben hatte.

00:14:20: wenn ich mir jetzt sehen das Video anguckt wie ist es?

00:14:22: Der ist jetzt fünfzwanzig Jahre alt dann ist mir total klar dass er nicht noch fünf zwanzig jahre älter wird.

00:14:27: also der schon schön wenn wir auch noch so gemeinsam die letzten grauen haare verlieren könnten.

00:14:33: aber das wird sehr wahrscheinlich nicht passieren.

00:14:36: kann davon ausgehen, dass wenn alles gut läuft für noch ein, zwei, drei vielleicht auch wenn es ganz gut läuft fünf gute Jahre miteinander haben.

00:14:44: Aber das Gefühl was ich bei ihm habe ist dann ganz anderes als wenn ich daran denke wie das war den Tassilo zu verlieren, den Biller zu verliern, den Phöni zu verliert.

00:14:56: Denn mit diesen Pferden gab's die Zukunft nicht.

00:15:00: Der Despino und ich sind zusammen durch die Welt gereist.

00:15:03: wir haben alle mögliche gemeinsam gemeinsam erlebt und auch mit Zygovia, als sie gestorben ist.

00:15:09: Die hatte ... Ja das war halt ein Unfall.

00:15:12: da kann keiner was führen ne?

00:15:14: Einer der wenigen Fälle von Trauma die dann tatsächlich zum Tod geführt haben.

00:15:18: aber wir hatten einen Leben zusammen Wir haben ziemlich viel miteinander erlebt.

00:15:24: ich hab die beiden geritten Ich habe die beiden ausgebildet wir sind durch die Welt agaloppiert wir haben allen wirklichen Quatsch miteinander gemacht wir haben schöne und schlechte Zeiten miteinander gehabt.

00:15:33: Aber gerade wenn ich daran denke, wie das war die Kleinen zu verlieren.

00:15:41: War das noch mal ein ganz anderes Gefühl?

00:15:42: Denn auf der einen Seite war das das Gefühl von wir es nicht alt werden und auf der anderen Seite hatten wir ja schon eine tiefe Bindung.

00:15:53: also jeder, der schonmal selber ein Tier großgezogen hat der weiß ja, dass das was ganz Besonderes, was ganz Spezielles ist hier auch wachsen zu sehen und auch aufwachsen zu sein.

00:16:05: Und sich dann aber auch auf all das zu freuen, was dann kommt oder was dann kommen sollte.

00:16:11: Das anreiten die Bodenarbeit, die gemeinsame Sprache aufbauen, die auf diesem tiefen Vertrauen eben basiert.

00:16:18: und dann stellt man fest, es wird niemals passieren Ich werde niemals auf deinem Rücken sitzen, ich werd niemals mit dir durch die Wälder ziehen.

00:16:25: Ich werd nie mal mit dir ein Schulterhereine-Piaf oder was auch immer erleben.

00:16:31: und dann kommt dieser ... Zumindest bei mir war das so.

00:16:34: Und wenn wir in die Evidenz gucken, ist es sicherlich ... Dann scheint das bei vielen anderen Aussen zu sein.

00:16:39: Dann kommt diese Ambivalenz der Gefühle, auf der einen Seite diese tiefe Liebe und Zuneigung.

00:16:44: Auf der anderen Seite zu wissen, dass ist endlich und zwar sehr endlich und auch die Hilflosigkeit dabei von.

00:16:51: ich kann nichts dagegen tun.

00:16:54: Es gibt ein paar sehr spannende Paper, die wir euch zum Teil auch verlinken.

00:17:00: Ich kann euch nicht die ganze Evidenz hier verlinken das wird sehr lang aber Ich kann euch das ein oder andere verlinken.

00:17:07: Und wenn ihr euch schon mal die Mühe gemacht habt, oder schon mal Lust hat, das eine oder andere nachzulesen, dann ist ja auch ... Man wird von einem Paper zum Nächsten geleitet.

00:17:15: Ihr könnt da also ganz viel Spaß haben, wenn ihr Euch in das Thema vertiefeln wollt.

00:17:22: Da gibt's spannende Papers, wo Kerlgeber gefragt wurden, die sich um Final Terminal Ill, Cancer Patients, also um Krebskranke, Ja, im Palliativ-Stadium waren wo es nicht mehr um Heilung ging sondern auch nur noch in Anführungsstrichen.

00:17:41: Wo es um gute Lebensqualität ging und dieses Spannungsgefühl zwischen den verschiedenen Gefühlen in einem selber.

00:17:52: auf der einen Seite weiß man es geht vorbei und man vermisst den wenigen schon bevor es eigentlich vorbei ist.

00:18:00: Auf der anderen Seite wird aus der fröhlich leichten Beziehung eine Pflegebeziehung, die ja auch irgendwie schwere mit sich bringt.

00:18:18: Die Beziehungen wird eben eigentlich eine Last, wird irgendwie auch eine Verantwortung.

00:18:25: und auf der anderen Man ist nicht einfach nur traurig, sondern man ist eben gleichzeitig auch verantwortlich gebunden.

00:18:33: Er schöpft und emotional bereits im Verlust.

00:18:38: Und bei vielen wurde das so beschrieben, dass die likelihood, die Wahrscheinlichkeit einer Depression viel größer war, dass das ganze Leben gedämpft schwer wahrgenommen wurde dass man sich schuldig dafür gefühlt hat, diese Schwere zu empfinden.

00:19:05: Denn das war ja sehr schließlich das Gegenüber, was im Sterben liegt und nicht wir selber.

00:19:11: Und auch das ist für Mächer nicht nur graue Theorie sondern es ist ein bisschen... Der Zustand, in dem ich die letzten vier Jahre und dann jetzt noch mal das letzte halbe Jahr ganz akut war.

00:19:24: Ich war Kergierer, ich war Palliativbegleitung, ich musste Entscheidungen treffen... Ich musste daraus gehen und beurteilen, wie lange noch.

00:19:32: Wann setz ich gegebenenfalls Medikamente ab?

00:19:35: Oder gebe ich noch Medikamente oder tue ich das nicht?

00:19:38: Wann ist das Leben noch lebenswert?

00:19:40: Und wann müssen wir hier den Endpunkt setzen, nicht zu früh, nicht so spät?

00:19:45: Das ist auch ein Thema was viele begleitet, den richtigen Punkt zum Ende hinzufinden gerade wenn es noch um verhältnismäßig junge Tiere geht den man ja auch, also ich weiß nicht wie es euch so geht.

00:20:02: Aber ich finde das viel schwieriger diese Entscheidung bei einem vierjährigen zu treffen oder bei einem fünfjährigen als bei einem achtundzwanzig-Jährigen und ich möchte dem ja auch keinen Sommer nehmen oder keinen Tag zu früh gehen lassen Und ich glaube dass ist auch ein bisschen... Auch weil wir so wenig darüber sprechen Ist da so ein bisschen dieser Gefühlzustand Wo so viel aus der Industrie reingeht und wo so viele Methoden einfach dem verzweifelten Besitzer, der in diesem emotionalen Chaos ist.

00:20:37: Und sein Pferd liebt und für seinen Pferdd kämpft!

00:20:41: Und gleichzeitig passiert was in mir irgendwie das geht und man hält sich noch fest... ...und es ist irgendwie alles in so einer Dissondanz und nicht eindeutig.

00:20:49: Man hält sich an jedem Strohhalm fest.

00:20:50: Das ist ja genau der Punkt, wo soviel reingeht und so auf das Prinzip Hoffnung verkauft wird.

00:20:59: oft, dann einfach auch nicht real ist.

00:21:03: Wenn wir schon mechanische Schäden haben... wenn wir degenerative Erkrankungen haben, wenn wir neurologische Erkranken haben, geht es ja immer nur ums erhalten und nie ums heilen.

00:21:18: Und ich glaube das ist so dieser Punkt wo's dann so unfair wird von allen Seiten denn ich hab einerseits sowieso schon diese Dessonanz in mir die ich sehr gut kenne.

00:21:26: Und auf der anderen Seite wird von außen auf mich eingeströmt und jeder hat noch eine Idee, was man denn tun und lassen sollte.

00:21:35: Mein persönliches Highlight war zum Beispiel beim Tassilo habe ich ja eine Tierärztin zum Randkönter-Halswirbelsäule bestellt.

00:21:46: wir wissen ja nun auch in Nachhinein mein Verdacht war korrekt von C zwei bis C sieben.

00:21:54: Aber weil ihr Röntgengerät nicht stark genug war, hat sie dann noch mal alles andere ausgepackt was sie so wusste.

00:21:59: Und unter anderem hat sie an einem selbekannten Osteopathie-Institut eine Fortbildung gemacht, gesagt das Pferd hätte ein Wurm anders waren wenn ich mir diesen Bullshit ran hör.

00:22:08: Ja also man könnte sagen... Ich weiß es einfach nicht!

00:22:12: Man könnte auch sagen, mein Röentgengeräte ist nicht stark genug, fahr meine Klinik.

00:22:17: Aber den Besitzer zu sagen, wenn ihr jetzt hier mal zwei Wochen Intensivwurmkuren gibt es dann wird alles wieder gut und das Pferd hat einen Wobbler ganz ehrlich ist ein bisschen frech.

00:22:28: Da macht man dann irgendwie noch jemanden der schon in diesem Abschiedsprozess ist und der weiß, boah hier ist irgendwas überhaupt gar nicht in Ordnung nochmal falsche Hoffnung und gibt dem auch ganz nebenbei noch mal so ein bisschen die Idee mit Menschen, hast du im Wurmanagement nicht im Griff gehabt?

00:22:46: Nein ist deine Schuld.

00:22:47: Das wäre zu krank, dass es ihm so scheiße geht.

00:22:49: Also finde ich tatsächlich sehr schwierig.

00:22:53: aber auch dieses Erlebnis ist einer der Gründe warum wir hier sitzen und das Equidemia in der Form gibt, in der es Equidemia heute gibt nämlich auf der Basis von Evidence weil solche Erlebnisse nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel und da würde ich mir so viel mehr Verständnis erhoffen.

00:23:16: Und das war sicherlich ein ganz wichtiger Teil meiner Reise.

00:23:18: wenn man im Nachhinein kann man immer sagen wer weiß wofür es gut war dafür was Gut.

00:23:22: Ganz ehrlich hätte ich auch darauf verzichten können wäre viel schöner gewesen Wenn ich ein gesundes Jungpferd hätte mit dem Ich heute durch Die Berge galoppieren könnte.

00:23:30: Aber Was ich damit Sagen Möchte ist dass Dass dieser Dieser Zwischenzustand dieses nicht eindeutig sein.

00:23:39: Vielleicht noch mal hier und da einen Hoffnungsschimmer kriegen, der sich dann auch wieder zerschlägt, dieses nicht-eindeutige Fühlen.

00:23:48: Wow!

00:23:48: Das ist ja die das Permanente dazwischensein.

00:23:51: Eine permanente Anspannung und ein permanentes Gefühl von Ich bin ich gut genug?

00:23:59: Wenn ich besser wäre, wenn ich mich mehr anstrengen würde, wenn dieses jenes welches ... könnte ich dich retten.

00:24:05: Wenn ich mich mehr bemühe, wenn ich mehr mich selber aufgebe, wenn nicht vierundzwanzig Stunden am Stall bin, wenn noch dreinzwanziger Pilferchen kaufe.

00:24:17: Also dieses Leben auch.

00:24:20: vielleicht habe ich noch irgendwas übersehen?

00:24:22: Vielleicht gibt es noch einen großen Reitmeister, der das richten kann.

00:24:24: Vielleicht muss ich nur dieses jenes oder welches tun und dieses oder jenes G-Max

00:24:29: kaufen.".

00:24:31: Besser schön, wenn das so einfach wäre.

00:24:33: Ich würde so gerne den Zauberlöhrenzahn verkaufen über dem wir schon mehrmals hier gesprochen haben aber oft ist es das leider nicht und ich finde, wir dürfen dieser Trauer diesem Gefühl einfach auch Raum geben und das zulösen drüber sprechen Das ist ja auch kein Widerspruch, ne?

00:25:02: Denn Trauer verläuft ja sowohl nach dem Verlust als eben auch die antizipatorische Trauer überhaupt nicht linear.

00:25:10: Auch dazu gibt es ein schönes Paper was ich gelesen habe für euch das heißt The Dual Process Model of Grief von malen Neunzig also nicht mehr so ganz hauptsisch aber in denen wird gezeigt dass Menschen zwischen Verlusterorientierung und Anpassung hin und her händeln die ganze Zeit.

00:25:29: Auch das ist sicherlich Auch das ist sicherlich einer der Gründe dafür, warum ich gerade mir eine Auszeit genommen habe und ein bisschen durch die Gegend reisen möchte.

00:25:38: Auf der einen Seite hab' ich das Gefühl dass ich zugunsten dieser Palliativarbeit ja vielleicht nicht immer so viel Zeit für meine Familie hatte wie ich das gerne gehabt hätte.

00:25:54: auf der anderen Seite war es sicher auch so dass ich mit dieser Mängel an Pferden, die ich begleiten durfte in den letzten Jahren oder begleitete musste.

00:26:11: Sicherlich auch so dass es für mich quasi unmöglich war den Hof zu verlassen sei das für einen Wochenendkurs oder sei das auch mal irgendwie für ein Urlaub.

00:26:20: und ja ich bin auch hier weil ich ein Buch schreiben möchte.

00:26:25: Ich bin auch ihr oder ich bin hier Weil ich Zeit vor allem mit meinem Zwerg verbringen möchte bevor bei ihr die Schulen losgeht.

00:26:32: Aber ich bin auch hier, wenn ich das Gefühl habe.

00:26:34: Ich brauche diese Auszeit zur Selbstregulation zum Durchatmen und zum Herausfinden.

00:26:42: Wer bitte ich denn eigentlich jetzt nach dieser Phase?

00:26:45: Und wer möchte ich in Zukunft sein ganz unabhängig von meiner Identität als Referentin oder als Ausbilderin?

00:26:55: Das ist ja was mit mir!

00:26:57: als Privatperson.

00:27:00: Das macht ja was mit mir ... Als Mensch einfach auch, wenn wir das jetzt alles zusammennehmen, was wir hier besprochen haben und auch dieses Gefühl von Wir sind gleichzeitig traurig und erleichtert, wenn es dann vorbei ist.

00:27:16: So ist mir das gegangen, als wir im Januar die letzten zwei haben gehen lassen, die ständig in diesem Dazwischen waren war ich auf der einen Seite total traurig.

00:27:31: Aber das, was wirklich auch groß war, war dieses Gefühl von Erleichterung nicht mehr jeden Tag da hochgehen zu müssen mit kritischen Augen zu gucken.

00:27:40: Habe ich irgendwas verpasst?

00:27:43: Gibt es dann noch irgendwie etwas, was ich für dich tun kann?

00:27:45: Nein, können wir noch ein Monat rausholen oder ... Oder nicht!

00:27:52: Und ironischerweise habe ich in dem Moment, indem wir ... Unsere Pferde haben gehen lassen, oder diese Sorge haben gehenlassen.

00:28:01: Direkt die neue Sorge bekommen und haben festgestellt, dass unser Familienhund eine HD hat und ziemlich hässliche.

00:28:12: Das heißt also der ... Die Hüftpfanne steht nicht da.

00:28:14: Ich hatte ja mal bei Insta die Röntgenbilder gepostet.

00:28:18: Der Femro-Kopf ist nicht in der Hüfte sondern der steht dummerweise leider daneben.

00:28:22: Und zwar auf beiden Seiten recht schlimmer als links.

00:28:25: Das bedeutet also auch hier, das wird nicht wieder gut.

00:28:28: Der ist mittlerweile auf einer ständigen Schmerzmedikation und auf einer Ständigen ... Auf Neuroleptika.

00:28:37: D.h.,

00:28:37: wir haben eine neurologische Komponente schon drin.

00:28:39: Und trotzdem tut es sich wieder gut!

00:28:42: D.H.,

00:28:43: wenn's gut läuft, kriegen wir den noch bis Juli durch?

00:28:46: Ja, d.h.

00:28:47: auch da kommt wieder dieses ... diese antizipatorische Trauer und dieses Spannungsfeld rein.

00:28:53: Und ich habe ganz ehrlich das Gefühl, ich brauche einfach mal eine Pause!

00:28:57: Ich brauche mal eine Pause von diesen ganzen Sorgen.

00:29:00: Ich bin auch da so gemeinsichtes anhört, ich bin froh wenn es vorbei ist denn die Last ist... Die trage ich jetzt schon ganz schön lang.

00:29:10: Die mag ich nicht mehr tragen.

00:29:12: gleichzeitig.

00:29:12: Bin ich unglaublich traurig wütend darauf, dass so unglaublich verantwortungslos gezüchtet wird und wir nach schöner Farbe und schönen Augen gucken.

00:29:24: Aber nicht nach Gesundheit, nach Tragfähigkeit!

00:29:27: Und das wenn ich bei Social Media gucke und mir die ganze Frederiksburger angucke oder viele Barockrauschen... Nicht alle, aber viele Barocrausen ist auch völlig egal wo man reinguckt.

00:29:38: Die allermeisten Pferde genetisch nicht gesund sind Nicht gesund.

00:29:45: Und wenn dann auch noch verschiedene genetische Erkrankungen zusammenkommen, ist richtig kacke, und ich würde gerne jeden.

00:29:51: Deswegen rate ich immer wieder zur Lass uns eine Ganganalyse machen bevor du das Pferd kaufst nicht erst wenn du das pferd gekauft hast.

00:30:00: Rate jedem da genau hinzugucken.

00:30:03: Ich glaube wir müssen noch viel mehr darüber sprechen auf der einen Seite was wir uns wünschen aber eben auch auf der anderen Seite was es mit uns als Mensch.

00:30:14: Da schlagen wir den Bogen wieder zurück, da machen wir die Klammer zu.

00:30:17: Was das mit uns als Mensch auf der emotionalen Ebene tut, wenn so verantwortungslos gezüchtet wird?

00:30:25: Ich sehe gerade ein ganz großes Gestüt, dass damit Werbung macht und Crowdfunding zu machen ... weil sie ihre Zwarne hat, Pferde umziehen wollen und Achso-Verantwortungsvollzüchten wollen.

00:30:36: Und ich guck mir die Bilder an und denk mir, ich hab Mensch.

00:30:38: von den Absetzern ist aber auch keiner gesund.

00:30:40: Da hilft das nicht, wenn die zwölf Monate bei der Mutter bleiben wäre total schön.

00:30:44: Wenn alle Pferden so lange bei der Mutter bleiben könnten, wär aber auch total schön, wenn am Ende des Tages da gesunde Pferda rauskommen.

00:30:52: Das heißt also ... Wie gewohnt?

00:30:57: Ich wünsche mir einfach mehr Verantwortung, ich wünsch mir mehr Wissens Verbreitung, dann brauchen wir uns nämlich auch gar nicht mehr so viele Sorgen machen.

00:31:05: Das wäre großartig!

00:31:06: Ich wünsche mir sehr mehr Leichtigkeit und wenn wir gesunde Pferde haben, ein bisschen Evidenz im Training, dann wird es jetzt wieder leichter.

00:31:17: Dann ist das mit dem reiten Ding nicht mehr schwer.

00:31:22: Ein Großteil dieser ganzen verrückten Theorien, denen wir nachhängen und den wir den ganzen Tag, diesen ganzen Do's and Don'ts, Den wir so folgen haben, vor allem auch was damit zu tun dass wir schlechtes genetisches Material haben.

00:31:38: Da könnte man gegensteuern ist noch nicht zu spät.

00:31:41: Lass uns nochmal zum Schluss alles andere zusammennehmen das wir heute besprochen haben.

00:31:45: und das heißt also auf der einen Seite Wir haben den Human Animal Bound Das heißt es ist inter Spezies das Verhältnis zwischen Tieren und Menschen Wo wir sagen können, Tiere sind unsere Familienmitglieder.

00:32:00: Wir haben das Modell von Regulation und Allosthase.

00:32:05: Wir habe die Kehrgeferforschung und wir haben die Forschung im Hinblick auf antizipatorische Trauer.

00:32:10: Und dann ergibt sich ein sehr, sehr klares Bild.

00:32:14: Das Bild ist du verlierst nicht erst am Ende wenn dein Tier ... geht oder gegangen ist, sondern wir beginnen eigentlich schon diesen Verlust zu spüren während wir auf der anderen Seite noch dabei sind auch zu halten und auszuhalten.

00:32:31: Und vielleicht ist das auch das ehrlichste.

00:32:33: was wird zu diesem Thema sagen können?

00:32:35: denn antizipatorische Trauer bedeutet nicht dass wir uns vorbereiten können, sondern das bedeutet dass wir den Verluste bereits spülen unser System bereits reagiert, ein kleines bisschen zu früh.

00:32:52: Ein kleines Bisschen bevor der Punkt eigentlich da ist.

00:33:00: Großes Thema, spannendes Thema und ich bin mal ganz gespannt was ihr dazu zu berichten habt?

00:33:08: Mein Name ist Selina Skogarn.

00:33:11: Ich bin die Gründerin von Equidemia Und wenn dir diese Episode gefallen hat dann tust du mir allen anderen einen großen Gefall, wenn du den Podcast abonnierst und ihn teilst mit Menschen die vielleicht auch von Trauer betroffen sind.

00:33:29: Und die sich auch evidenzbasiert mit Pferden beschäftigen möchten.

00:33:35: Damit hilfste uns sehr so ein bisschen aus dem Social Media Hasse rauszukommen und vor allem auf echte Evidenz in der Pferdewelt zu verbreiten.

00:33:49: Wir haben euch wieder in den Show Notes und vor allem auch in unserem Newsletter einige spannende Studien mit auf den Weg gegeben, ich hoffe der eine oder andere hat Lust man in die Evidenz einzulesen.

00:34:03: In diesem Sinne wünsche ich euch ein entspanntes Wochenende und wir hören uns!

Kommentare (1)

Claudia

Vielen Dank für diese fundierte und zugleich sehr zugängliche Folge zu antizipatorischer Trauer – besonders die Verbindung aus persönlicher Erfahrung und wissenschaftlicher Einordnung fand ich sehr wertvoll. Ich habe diese Phase selbst mit meinem Pflegepferd durchlebt und konnte mich in vielen Aspekten wiederfinden. Besonders treffend war für mich die Beschreibung des „Dazwischen-Seins“. Ich habe es als sehr belastend erlebt, wie meine eigene Sorge und mein inneres Hadern meine Ausstrahlung von Sicherheit und Stabilität beeinflusst haben – obwohl ich meinem Pferd genau diese geben wollte. Rückblickend erkenne ich, wie sehr dieser damals eher unbewusst ablaufende Prozess eine Vorbereitung war. Er hat mir ermöglicht, in den letzten Momenten präsent, klar und stabil zu bleiben und meinem Pferd genau diese ruhige Sicherheit mitzugeben – sodass er in einer Atmosphäre von Ruhe und Frieden gehen konnte. Vielen Dank für die Einordnung dieses oft unausgesprochenen Themas.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.