Wie viel Anstrengung darf sein?
Shownotes
Eine Hörerin schreibt uns nach unserer Folge mit Hanna Engström: Wie oft ist sie über die Grenzen ihrer Stute Lilly gegangen, in dem Glauben, es sei am Ende gut für sie? Sie bringt drei Sätze mit, die in Ställen ständig fallen – "man muss auch mit Baustellen trainieren, wie beim Rehasport", "beim Sport guckt man auch nicht fröhlich", "ich geh auch arbeiten trotz Kopfschmerzen". Wir nehmen jeden einzelnen ernst und prüfen, was daran stimmt – und was fehlt, wenn man ihn vom Menschen aufs Pferd überträgt. Dabei geht es um das Belastungsfenster, um trainierbares und nicht-trainierbares Gewebe, um erworbene versus angeborene Einschränkungen, und um zwei Mechanismen, die leicht verwechselt werden: Exercise-Induced Hypoalgesia und Stress-Induced Analgesia.
* Worum es in dieser Folge geht*
- Die Angst hinter der Frage: Nicht "bewege ich zu wenig", sondern "habe ich geschadet" – und warum Bewegung ein gesundes Pferd nicht abnutzt.
- Das Belastungsfenster: Warum Unterforderung bei gesunden Pferden oft das größere Problem ist als Überforderung – und warum sich das Fenster bei Baustellen umkehrt.
- Was ist wirklich trainierbar? Muskulatur, Sehnen, Bänder, Koordination – ja. Bereits geschädigter Gelenkknorpel – nur sehr begrenzt. Der Unterschied verändert das Trainingsziel, nicht die Trainingsbereitschaft.
- Erworben vs. angeboren: Warum eine Sehnenverletzung anders behandelt werden muss als eine Fehlstellung, mit der ein Pferd geboren wurde – und warum beide ineinander übergehen können.
- Der Schmerztoleranz-Mythos: Pferde spüren Schmerz nicht weniger als wir. Sie zeigen ihn nur seltener – aus gutem, evolutionärem Grund.
- Reha unter Belastung: Warum reine Schonung bei frischen Verletzungen keine neutrale, sichere Wahl ist, sondern selbst die Heilungsqualität beeinflusst.
- Exercise-Induced Hypoalgesia vs. Stress-Induced Analgesia: Zwei unterschiedliche Mechanismen, die beide Schmerz maskieren können – und warum der zweite dafür sorgt, dass Trainingserfolg nie ausschließlich während des Tuns bewertet werden darf, sondern in der Ruhe danach.
- Unser Werkzeug dafür: Die funktionale Ganganalyse, unser Messstab aus 24 Verhaltensmerkmalen plus Horse Grimace Scale – warum wir immer damit beginnen, und warum wir nach einer bestimmten Zeit erneut hinschauen.
Quellen
- Silbernagel KG, Thomeé R, Eriksson BI, Karlsson J. (2007). Continued Sports Activity, Using a Pain-Monitoring Model, during Rehabilitation in Patients with Achilles Tendinopathy. American Journal of Sports Medicine, 35(6), 897–906.
- Eliasson P, et al. (2024). Deprivation of loading during rat Achilles tendon healing affects extracellular matrix composition and structure, and reduces cell density and alignment. Scientific Reports.
- Eliasson P, et al. (2018). Early Tensile Loading in Nonsurgically Treated Achilles Tendon Ruptures Leads to a Larger Tendon Callus and a Lower Elastic Modulus: A Randomized Controlled Trial. American Journal of Sports Medicine.
- The role of mechanical loading in tendon development, maintenance, injury, and repair (2013). Übersichtsarbeit, PubMed.
- Dye SF. (2005). The pathophysiology of patellofemoral pain: a tissue homeostasis perspective. Clinical Orthopaedics and Related Research, 436, 100–110.
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- Hildebrandt F, Krieter J, Büttner K, Salau J, Czycholl I. (2020). Distances Walked by Long Established and Newcomer Horses in an Open Stable System in Northern Germany. Journal of Equine Veterinary Science.
- Nedergaard et al. (2024). Evidence of the clinical effect of commonly used intra-articular treatments of equine osteoarthritis. Equine Veterinary Education.
- Firth EC. (2006). The response of bone, articular cartilage and tendon to exercise in the horse. Journal of Anatomy, 208(4), 513–526.
- Effects of early exercise on metacarpophalangeal joints in horses (2010). American Journal of Veterinary Research, 71(4), 405–411.
- Strategies for Articular Cartilage Repair and Regeneration (2021). Frontiers in Bioengineering and Biotechnology.
- Gleerup KB, Lindegaard C. (2016). Recognition and quantification of pain in horses: A tutorial review. Equine Veterinary Education. / Sharing pain: Using pain domain transfer for video recognition of low grade orthopedic pain in horses (2022). PLOS ONE.
- Overview of Congenital and Inherited Anomalies of the Musculoskeletal System in Large Animals. Merck Veterinary Manual.
- Angular Limb Deviation in Horses. American College of Veterinary Surgeons.
- Gajic P, Kovac I, Lubinsky G, Knezevic NN. (2026). Exercise-Induced Hypoalgesia: Cellular and Molecular Mechanisms Linking Pain Modulation and Stress Regulation. Cells, 15(10), 858. PubMed
- Stress-induced analgesia: an evaluation of effects on temporal summation of pain and the role of endogenous opioid mechanisms (2020). PAIN.
- Stress-induced analgesia and endogenous opioid peptides: the importance of stress duration (2011). Behavioural Brain Research.
- Rice D, Nijs J, Kosek E, et al. (2019). Exercise-induced hypoalgesia in pain-free and chronic pain populations. The Journal of Pain, 20, 1249–1266.
- Polaski AM, Phelps AL, Kostek MC, Szucs KA, Kolber BJ. (2019). Exercise-induced hypoalgesia: A meta-analysis of exercise dosing for the treatment of chronic pain. PLOS ONE, 14(1), e0210418.
- Dalla Costa E, Minero M, Lebelt D, Stucke D, Canali E, Leach MC. (2014). Development of the Horse Grimace Scale. PLOS ONE.
- Dyson S. (2022). The Ridden Horse Pain Ethogram. Equine Veterinary Education.
- Equidemia Masterclass – Modul Funktionale Ganganalyse (internes Curriculum).
Weiterführend bei Equidemia
- Funktionale Ganganalyse – individuelle Einschätzung für dein Pferd:
- Masterclass – wenn du die Methodik selbst lernen willst
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Hinweis zur Evidenzlage: Wo Studien aus der Humanmedizin stammen und nicht direkt am Pferd repliziert sind, ist das im Skript entsprechend gekennzeichnet.
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00:00:00: Ich hoffe, sie verzeiht mir.
00:00:02: Diesen Satz hat mir eine Hörerin über ihre Stute geschrieben als Reaktion auf die Folge mit Hannah Engström.
00:00:08: Da ging es um Deceptanz und auch um die eigene Entwicklung als Heiterin und über Fehler, die wir im Umgang mit unseren Pferden gemacht haben.
00:00:18: Wir haben uns darüber unterhalten das so gut gemeint, halt man nicht mal gut gemacht ist aber dass das auch ein Teil der persönlichen Entwicklung ist und ihr uns da vielleicht mit ein bisschen Freundlichkeit sehen dürfen.
00:00:32: Unsere Hörerin, die hat beschrieben wie sie oft jetzt im Rückblick über die Grenzen ihres Pferdes gegangen ist und zwar gar nicht aus Rücksichtslosigkeit sondern weil sie bestimmte Dinge mit ihr machen wollte, bestimmte Übungen.
00:00:51: Das ist richtig gut für ihr Pferd und sie tut dir was Gutes.
00:00:55: Und ich bin mir ziemlich sicher, ich kenne die Hörerin persönlich, dass wenn wir irgendwie unter Ikvan Wellfair oder Ikvans Consideration im Duden nachgucken dann finden wir sicherlich Ihr Bilder!
00:01:08: Die Folge ist also eine Antwort auf Ihre Frage, die wurde bei mir bestellt und so abgegeben und ich möchte die Frage gerne beantworten.
00:01:20: Wie immer ist das nicht ganz einfach.
00:01:22: Wir holen also ein kleines bisschen aus und reiten einmal wild durch die Evidenz, galoppieren von rechts nach links und wieder zurück um die Verbindungen zu finden.
00:01:30: Und weil das Thema so spannend ist habe ich direkt eine ganze Podcast-Serie daraus gebaut.
00:01:37: Lass uns heute mal mit dem allerersten Teil anfangen und an der Stelle schonmal herzlichen Dank für diese großartige Frage!
00:01:45: Ich finde sie super!
00:01:47: Herzlich willkommen auch bei der neuen Folge von Equidemia Insights, dem Podcast für evidenzbasiertes Pferdetraining.
00:01:54: Hier schauen wir gemeinsam ganz genau hin und versuchen den Kontext zu verstehen bevor wir irgendwas bewerten mit Evidenz, mit Empathie und mit ganz viel Ethik.
00:02:07: mein Name ist Selina Skogarn ich bin Euer Host, ich bin die Gründerin von Akademia und ich freue mich so sehr dass du dabei bist.
00:02:16: Ich glaube nämlich fest daran das wir mit Evidenzempathie und Ethik Pferdetraining neu denken dürfen, neu denken müssen!
00:02:25: Und das möchte ich nicht alleine tun.
00:02:26: Das möchte ich viel lieber mit euch zusammen.
00:02:29: Lass uns nochmal ganz kurz in die Einleitung gehen denn die Folge knüpft an das Gespräch mit Hannah.
00:02:35: Wir haben über Akzeptanz gesprochen über die eigene Entwicklung Fehler im Umgang mit unseren eigenen Särden.
00:02:43: Lilly heißt die Stute, um die es hier geht und Lilly's Geschichte ist eine ganz direkte Reaktion darauf.
00:02:50: und ihre Frage ist so ganz grundsätzlich dass ich ihr eben ja ne ganze Folge bitten möchte aber eben auch da noch ein bisschen mehr Hintergrund zu geben möchte und ich habe mir wirklich große Mühe gegeben.
00:03:02: Ich habe hier Stunden mit den verschiedenen Varianten von Skripten verbracht Und am Ende des Tages ist eine Serie rausgekommen, weil es einfach viel zu viel Input ist.
00:03:11: Um das mal eben in einer kleinen kurzen Podcastfolge abzuwickeln... Das wird nichts, dann wird's nur wild!
00:03:18: Also lass uns das strukturiert angehen damit jeder von uns auch was mit nach Hause nehmen kann und ich freue mich total auf eure Reaktion, auf eure Fragen dazu.
00:03:27: Ich bin mir ganz sicher dass wir dann noch viel weiter in die Tiefe gehen können und ich bin mir auch ganz sicher das die allermeisten von uns davon betroffen sind der wenn wir Dinge mit Pferden tun denn tun wir ja die in der Regel weil wir glauben wir tun bis Gutes und manchmal klappt es und manchmal klappt nicht und manchmal hat man hinterher schlechtes Gewissen und manchmal halt mal einfach nur gute Zeit zusammen und irgendwo dazwischen ist das was sich Entwicklung nennt und dafür darf Raum sein.
00:03:52: Lass mich die Frage nochmal einmal vorlesen, so wie sie bei mir angekommen ist.
00:03:57: Damit ihr mehr auch folgen könnt.
00:04:00: Unsere Hörerin hat gefragt, wie viel Anstrengung und wieviel Unwohlsein dürfen im Training eigentlich da sein?
00:04:07: Dürfen eigentlich wahr sein?
00:04:09: Und dann nennt es die drei Sätze, die in Gesprächen einfach immer wieder begegnet sind, die man auf Steilgassen immer wieder hört!
00:04:17: Erstens, man müsse ein Pferd auch mit Baustellen trainieren um es zu stärken.
00:04:22: Nämlich sonst wird alles nur noch schlimmer!
00:04:26: Das ist ja wie beim Reha-Sport.
00:04:28: Wer rastet der rostet wird dann immer ganz gerne gesagt.
00:04:31: Dann kommt zweitens, beim eigentlichen Sport gucke man ja auch nicht immer fröhlich.
00:04:38: wenn ich joggen gehe sehe ich auch nicht glücklich aus.
00:04:42: Lassen wir mal so unkommentiert da stehen.
00:04:44: Drittens, dann... Entschuldigung jetzt habe ich mich verlesen.
00:04:48: Drittens man geht schließlich auch arbeiten obwohl es irgendwo Zwecke oder man Kopfschmerzen hat.
00:04:54: Das sind drei Sätze und eigentlich drei ganz verschiedene Reisen da wir so ein bisschen klar wie groß das Thema ist.
00:05:00: Wir haben ja so einen Ding das heißt Masterclass und auch den Equidemia Campus für die verschiedenen Bedürfnisse In unserer Community einmal die Ausbildung für Professionals, die das selber bewerten wollen und einmal.
00:05:15: Für diejenigen, die sich Hilfe von uns holen möchten in der Reise mit ihrem Pferd?
00:05:21: Und die Masterclass alleine dauert drei Jahre.
00:05:23: da wird ja so ein bisschen klar wie groß das Thema eigentlich ist und wie viele verschiedene Ecken wir ausleuchten dürfen.
00:05:31: und ich mag das gar nicht.
00:05:32: Wenn ihr mich kennt, dann wisst ihr dass ich das gar nichts mag so Social Media Statements rauszuhauen denn das wird irgendwie wild und irgendwie falsch.
00:05:41: deswegen nehmen wir uns jetzt einen Satz nach dem anderen vor eine Sache vorab weil sie unter allem liegt was jetzt kommt.
00:05:49: Und das ist natürlich die Angst die sich hinter der frage verbirgt.
00:05:54: und die angst ist in diesem Kontext nicht Ich bewege mein fahr zu wenig sondern In diesem Kontext ist das, ich habe meinen Pferd mit der Arbeit geschadet und will ja keiner von uns.
00:06:06: Ja?
00:06:07: Die gute Nachricht erst mal gleich zu Beginn haben wir ein belastbares, ein gesundes Pferddamm nutzt Bewegung, das fährt ab!
00:06:16: Ja, das Gegenteil ist wahr.
00:06:18: Denn Gelenknochel zum Beispiel wird über Gelenknüßigkeit versorgt und die Versorgung funktioniert nur wenn sich das Gelenkt bewegt.
00:06:26: Stillstand ist für gesundes Gewebe ein ziemlich großes Risiko und nicht angemessene Belastungen.
00:06:34: Wir haben schon öfters mal über Belastungsgrenzen gesprochen und dass ein Leben ohne Belastung nicht geht.
00:06:40: Und ich habe auch an der einen oder anderen Stelle schon einmal gesagt Auch wenn man nur im Bett liegen bleibt Das ist für den Körper eine Belastung.
00:06:46: Und in diesem Kontext wird das eigentlich klar, denn dann funktioniert die Versorgung der einzelnen Strukturen nicht mehr richtig und das ist auch ne ziemlich große Belastungen für den Körper.
00:06:59: Was angemessen heißt und wo die Grenzen dabei wirklich liegen – das ist eigentlich das größere Thema!
00:07:08: Lass uns mal mit dem ersten Satz anfangen.
00:07:10: Satz eins, man muss auch mit Baustellen trainieren wie beim Reha-Sport Das ist sicherlich der Satz aus der Frage, die am allermeisten Substanz hat.
00:07:24: In der humanen Medizin und in der humaner Rehabilitation.
00:07:27: gibt es da tatsächlich konkrete kontrollierte Studien?
00:07:33: Eine Studie wird immer im Kontext sehr oft gerne wieder rausgeholt und rausgezogen, bin ich mit Menschen nicht so gut.
00:07:41: Deswegen muss ich einfach glauben was da steht.
00:07:45: Aber da wurde eben in einer kontrollierten Studie ein Modell getestet das heißt Pain Monitoring Modell.
00:07:53: Wurde entwickelt in diesem Fall für Patientinnen und Patienten mit Achilles Sehnenproblemen.
00:07:58: Sie durften mit dem Betroffenen Gewebe weiter trainieren, auch mit Schmerzen.
00:08:02: Solange dieser Schmerz eine festgelegte Grenze... Da gab es so ne Skala zu an der die Patienten sich orientiert haben und sagen durften wie hoch ist denn mein Schmerzt gerade von gar nicht vorhanden zu nicht erträglich?
00:08:17: Und in diesem Rahmen wurden eben Grenzen festgesetzt und der Patient konnte dann selber bewerten, ob er weiter trainieren wollte ja oder nein.
00:08:26: Diese Grenze durfte nicht überschritten werden.
00:08:28: und was auch kontrolliert wurde ist das der Zustand des Patienten der pathologische Befund sich nicht verschlechterte.
00:08:35: Ende der Testreihe am Ende zeichte sich dass keine der beiden Gruppen ein schlechteres Ergebnis hatte als die andere Gruppe Und die andere Gruppe wurde zunächst komplett geschont.
00:08:48: Der Satz ist also im Kern richtig, schonung allein ist nicht automatisch die bessere Lösung sondern es kommt ziemlich sehr darauf an mit was für ein Problem wir das hier eigentlich zu tun haben und das lässt sich dann sogar noch genauer erklären.
00:09:07: Reha unter kontrollierter Belastung ist inzwischen besonders in der Seenheilung ganz fest etabliert, weil sie das Gewebe selbst anders heilen lässt.
00:09:16: Das Geweb braucht Belastungen um versorgt zu werden oben damit der Körper das quasi nicht vergisst und weiter abbaut sondern um den Heilungsprozess voranzutreiben.
00:09:26: Wird eine verletzte Sehne zum Beispiel komplett ruhig gestellt, halt sie mit viel unbeordneteren Verläufen in den Collagenfasern und wird mechanisch hinterher schwächer und wenig belastbar.
00:09:38: Wird die selbe Verletzung dagegen früh und dosiert weiterbelastet?
00:09:42: Richten sich die neu dazugebildeten Collagen Fasern in Zugrichtung aus ähnlich wie beim ursprünglichen Gewebe und das Ergebnis ist eine viel bessere und belastbare Heilung.
00:09:53: Ruhigstellen ist hier also nicht die sichere Wahl, sie ist selbst ein ziemlich aktiver Faktor damit die Heilungen in eine schlechter oder bessere Richtung gelenkt werden.
00:10:04: das ist auch der eigentliche Grund warum einfach schon bei einer frischen Verletzung nicht automatisch die richtige Antwort ist sondern selbst dass es dann eine Entscheidung mit Konsequenzen und wird eigentlich in der Form in den letzten zwanzig Jahren schon nicht mehr nicht mehr gemacht.
00:10:21: Also ich ... Nee, auch bei Tierärzten also wenn das Bein nicht gerade gebrochen ist wird eigentlich nicht mehr geschont und wird eigentlich auch keine Boxenruhe mehr verordnet.
00:10:33: was hingegen verordnet wird ist dass fährt jetzt vielleicht nicht den Bergkuchen runter kaloppieren lassen ja?
00:10:39: Also da geht es wieder um das Thema Belastungsgrenzen.
00:10:41: und wie viel Belastung können wir eigentlich?
00:10:45: kann dieses Gewebe eigentlich Tragen, eher tragen.
00:10:51: Und wenn du jetzt an den Anfang dieses Absatzes noch mal zurückgehst da wurde in dieser Studie über die wir gerade gesprochen haben bei den Achilles sehen Patienten Wurde das kontrolliert?
00:11:03: Da wurde weiter trainiert auch mit einem gewissen Schmerzreiz Jenseits und aber nicht jenseits der schmerztoleranz Und es wurde kontrolliert dass der zustand sich Nicht verschlechterte Das also hinterher nicht schlechter war als als vorher und das vor allem am Tag danach nicht schlechter war, als vorher.
00:11:24: Und das ist ein ganz wichtiger Gedanke den wir gerne weiter mitnehmen dürfen.
00:11:29: Gerne mitnehmen müssen!
00:11:31: Da liegt eigentlich der Schlüssel zu der heutigen Folge drinnen.
00:11:36: Wir können uns noch mal so'n kleines Bild malen und dafür kannst du dir vorstellen dass jedes Gewebe eine Sehnenmuskel und Schnorpel quasi einen Fenster hat in dem ihm die Belastung gut tut.
00:11:49: Zu wenig Reiz?
00:11:50: wird schwächer, zu viel reizt und es wird geschädigt.
00:11:53: Nur innerhalb dieses Fensters entsteht die eigentliche Anpassung!
00:11:58: Bei gesunden Bewebe ist das Fenster riesig groß und da ist Unterforderung wahrscheinlich das meiste Praxisproblem, nicht Überforderungen.
00:12:07: Naja es sei denn du nimmst dein Pferd aus der Box und galoppierst jetzt kalt mit dem Pferdforben direkt auf den Hof los dann hätten wir ein Überlassungsproblem.
00:12:14: aber ansonsten sehen wir in täglichem Umgang oft dass Pferde kaputt geschont werden.
00:12:19: die stehen sich an einer Heuraufe fest sie haben wenig Bewegung Die haben ganz wenig Bewegung in ihrem Alltag.
00:12:26: und wenn ich dann eine halbe Stunde mit denen Bodenarbeit im Schritt mache, dann wiegt es das nicht auf.
00:12:32: Da wären wir also in der Unterforderung.
00:12:35: Als andere Extrem die Überforderung habe ich gerade schon genannt sieht man immer selten aber sieht man noch da wird!
00:12:41: Das fährt einmal die Woche aus der Box rausgezogen, springt dem Hof auf und galoppiert direkt los.
00:12:47: Zwei Stunden später kommt das Pferd nass schwitzend nach Hause und hat jetzt auch mal richtig Sport gemacht.
00:12:52: Und am nächsten Tag ist lahm.
00:12:53: Also ja, da sind die beiden Extreme quasi und irgendwo dazwischen würde ein sinnvolles Belastungsfenster liegen nachdem wie das Pfett gehalten wird und je nach Fitnessgrad des Pferdes.
00:13:06: auch Das Unterforderungsgroßes Problem ist ja, was wir ganz grundsätzlich über Pferde wissen.
00:13:11: Wir wissen, dass sixty bis seventy Prozent aller Pferden mit Adipositas kämpfen in den allermeisten Beratungen die wir hier bei Akademia machen.
00:13:20: Ist das Erste, was für uns angucken?
00:13:22: Die Ernährung denn auch Rehabilitationen mit einem ARD-Pösenpferd ist eine schwierige Geschichte und Leistung schon mal sowieso.
00:13:30: also wir gucken uns ganz oft zuallererst die Ernährungen anstellen das sind voll ein dass wir aus der Adipositas rauskommen und fügen dann step-by-step Belastung, Bewegung und Training hinzu.
00:13:44: Was wir auch grundsätzlich wissen ist das domistizierte Pferde sogar auf großzügigen Koppeln im Mittelauf so circa sieben Kilometer am Tag kommen während freilebende Vergleichstiere in derselben Studie auf fast achtzehn Kilometer AmTag kommen.
00:13:59: Das ist mehr als das Doppelte sogar fast das Dreifache!
00:14:03: Ja, selbst wenn es einen Weidezugang gibt bleibt die tatsächliche Bewegung oft gering.
00:14:09: Wenn Futter Wasserruhe platznah beieinander liegen dann ist also das Argument aber der könnte ja auf die beide wenn er wollte nicht ganz eine verlässliche Antwort auf die Frage ob das fährt auch genug Reize bekommt.
00:14:24: Das große Fenster des Pferdes wird in der Praxis oft gar nicht ausgenutzt, auch weil der Anreiz fehlt.
00:14:30: Jetzt können wir natürlich sagen einmal... Lass mich mal ganz kurz den Bogen schlagen, obwohl wir eigentlich ein anderes Thema haben, weil es mir so am Herzen liegt!
00:14:37: Jetzt könnten wir jetzt natürlich sagen Pferde sind von Natur aus faul.
00:14:41: das stimmt mit meiner persönlichen Beobachtung nicht und das stimmt auch mit dem Paper nicht die in den letzten Jahren erschienen sind.
00:14:51: Was eher wahr ist, dass der Anreiz fehlt und damit meine ich nicht das Wasser auf der anderen Ecke des Hofes sein muss als die Futterraufe sondern damit meine Ich, dass die Wege auch passierbar sein müssen in den domestizierte Haltung.
00:15:07: Bei uns auf dem Berg ist es einfach wenn wir eine matschige Stelle haben dann gehen sie halt ein Meter zur Seite und dann gehen die um die matschigen Stellen drum herum.
00:15:14: In der domestizierten Haltung ist es nicht so, wenn wir also nur eine begrenzte Wegemöglichkeit haben.
00:15:23: Und die ist matschig-patschig!
00:15:25: Dann finde ich nicht nur Menschen das eklig, wenn die Gummistiefel da stecken bleiben, sondern es wäre auch und... Was wir dann sehen, ist nicht dass die Pferde sich mehr bewegen weil das Wasser auf der anderen Seite des Hofes steht.
00:15:37: Sondern was wir sehen ist die Perte trinken weniger und das war ja jetzt nicht die Geschichte, die wir brauchten.
00:15:42: Das ist also so ein bisschen hier immer meine Rede.
00:15:45: dafür gute Haltungsbedingungen zu schaffen, weil sie so unglaublich wertvoll sind und weil sie dem Pferd so viel Qualität in ihrem Leben geben.
00:15:54: und da dürfen wir eben auch da so ein bißchen klug denken.
00:15:59: klug denken dürfen wir.
00:16:01: Wir dürfen klugdenken und sagen okay, wir müssen die Pferde gar nicht dazu zwingen, dass sie sich bewegen!
00:16:08: Wir müssen das erleben für die gar nicht besonders schwierig machen sondern wir dürfen den Auswahl geben im Rahmen unserer Möglichkeiten und ich kenne ganz großartige Arbeiten dazu.
00:16:19: zum Beispiel die Arbeitsgruppe Inger Wolfram in der Niederlanden macht eine fantastische Arbeit dazu.
00:16:25: Die haben auch demnächst bei uns im Podcast wo es um das Thema Enrichment geht und dem Pferd eben durch Wahlmöglichkeiten, durch geschicktes Auswählen lassen mehr Lebensqualität zu geben.
00:16:40: Auf der Eiseskonferenz jetzt hat sie einen Vortrag gehalten und da kam eine Frage dazu, was man denn machen kann wenn man nicht so viele Möglichkeiten hat.
00:16:48: Und auch nicht so viel Geld oder auch nicht zu viel Platz?
00:16:51: Und sie hat kurz überlegt und gesagt Pflanzenbaum das hilft immer!
00:16:55: Und dem möchte ich mich gerne anschließen und sagen in Zweifelsfall kann man immer ein Baum pflanzen Wenn nix geht geht das und vielleicht sogar im zweiten auch.
00:17:03: das würde ja schon auf einem Standard Paddock Struktur bieten, es würde der Drahnierung helfen.
00:17:10: Es würde Schattenspenden, die Pferde könnten dran knabbern.
00:17:13: Wir haben also mit so einem ganz einfachen Werkzeug schon ganz viel Gutes getan und Wehung zu initiieren um Lebensqualität zu verbessern.
00:17:25: Das war mir wichtig.
00:17:26: dass wir nicht einfach sagen wir haben unser Pferd im Offenstall oder wir haben unsere Pferden Auf einem Paddock-Trail kann auch, na ja egal, gut oder schlecht sein.
00:17:38: Wir haben unser Pferd hätte ja Bewegung es nimmt sie sich nur nicht.
00:17:43: dann würde ich immer die Frage stellen warum nimmt es Sie sich denn nicht?
00:17:46: Liegt das an der Anlage oder liegt das daran dass wir hier einen Schmerz geschehen haben was uns vielleicht gar nicht bewusst ist?
00:17:52: und dann ist es natürlich eine richtig schlechte Sache wenn das Wasser auf der anderen Seite des Hofes steht Wenn da also ein Schmerzgeschehen drunter liegt zum Beispiel, denn dann kommt das Pferd anders Wasser nicht dran.
00:18:03: Und da glaube ich immer daran dass wir unseren Pferden viel mehr Kompetenz zutrauen dürfen als wird es oft in der Praxis zu tun.
00:18:11: Wir müssen die gar nichts zwingen.
00:18:12: Wir müssen den nur Möglichkeiten anbieten.
00:18:15: Möglichkeiten anbieden finde ich super!
00:18:18: Damit haben wir die erste Frage ganz gut geframed und dann möchte ich gerne einmal in den zweiten Teil reingehen Nämlich, wo bauen wir überhaupt auf und wo nicht?
00:18:32: Und auch das Thema was ist eigentlich trainierbar.
00:18:36: Ist nämlich ein ganz wichtiges Thema Denn gerade bei Pferden mit Baustellen aber auch in ganz normalen Wir müssen keine kranken Pferde haben um uns diese Fragen zu stellen.
00:18:46: denn Das gleiche stimmt für gesunde Pferd.
00:18:50: Nur, dass die Fenster verschieden groß sind.
00:18:52: Nur das vielleicht die Haltungsform ein kleines bisschen angepasst sein muss.
00:18:56: Aber der Rest stimmt sowohl für gesunde als auch für rehabilitierbare Pferde, also auch für Pferden mit chronischen Schmerz.
00:19:05: nur eben dieses Toleranzwindung des Toleransfensters.
00:19:09: Das ist halt ein kleises bisschen anders und das gilt es immer herauszufinden.
00:19:13: und das ist das was wir bei Akademie ja eigentlich nicht nur eigentlich sondern noch uneigentlich gut machen.
00:19:20: Haben wir also einen fertenden Baustellen, wird das Fenster eng und dann lohnt sich das genauere Hinsehen und eine konkrete Antwort statt es bevorsichtig sein zu belassen?
00:19:34: Wenn wir also Trainierbarkeit angucken, dann ist das was typisch trainierbar ist Muskulatur die Bewegungsmuskulatur vor allen Dingen Herz-Kreislaufsystem.
00:19:45: Fitness kennen wir alles als Fitness.
00:19:48: Wie lange kann ich am Stück joggen gehen?
00:19:50: Ich jetzt nicht so lange.
00:19:51: Dafür kann ich Yoga schon ganz prima durchhalten, ja!
00:19:53: Also da gibt es ja verschiedene Fitnessparameter nach denen wir dann schauen dürfen.
00:19:57: Dann haben die Belastbarkeit von Sehnen und Bändern.
00:20:00: Wir haben Knochendichte, wir haben die Knorpelversorgung... ...wir haben Koordinationen- und Bewegungsmuster.
00:20:06: Ganz grundsätzlich ist das alles grundsätzlich trainierbar auch wenn anderenorts eine kleine aber wichtige Einschränkung besteht.
00:20:17: Pferde mit einer alten Sehenverletzung zum Beispiel kann ganz wunderbar tiefe Muskulatur stärken, kann auch Bewegungsmuskulatur trainieren, kann die Fitness verbessern, kann seine Balance verbessern und kann auch die Koordination aufbauen.
00:20:38: das ist echte Anpassung und kein Problem.
00:20:42: Was dagegen sehr begranztrinierbar ist, ist vorgeschädigter Knorpel zum Beispiel.
00:20:47: Vorgeschädiger Gelenkknorpel wird nicht durchblutet und hat kaum Zellteilung hat eine sehr geringe Selbstheilungsfähigkeit.
00:20:58: Ist der einmal weg, ist der weg?
00:21:00: Da bildet sich dort in aller Regel kein vollwertiger Ersatz sondern höchstens minderwertiges Ersatzewebe.
00:21:08: Das gleiche gilt für Sehengewebe nach einer echten Verletzung, nach echtem Trauma.
00:21:13: das hält meist mit Mitnahmengeweben und das ist aber mechanisch nie ganz so gut wie das Original selbst wenn die Heilung abgeschlossen ist.
00:21:24: trotzdem hat es Eine Belastung.
00:21:26: Ein anderes gut dokumentiertes Beispiel ist Osteatritis, ist aber gar nicht unser eigentliche Ansatzpunkt um den das hier geht.
00:21:35: Ein Fall, den ich in der Praxis viel, viel häufiger sehe – das sind mechanische Lesionen im weitesten Sinne und zwar nicht immer nach eindeutigem Trauma sondern oft durch Kompensation, schlecht sitzendes Equipment, ungünstiges Training.
00:21:52: Wenn die Pferde so getrainiert werden wie ein eingeschnittenes Weihnachtsbäckchen dann leidet die Mechanik da grundsätzlich immer drunter oder auch schlicht Fehler im passiven Trageapparat selbst durch Mangelbelastung bis Trageapparatz, Überbelastungen des Trageaparats.
00:22:08: Durch Magenprobleme durch ... Ja, you name it!
00:22:10: Und natürlich die genetische Komponente.
00:22:13: Wir sehen immer mehr Pferde, die eine sehr geringe Belastbarkeit haben einfach weil das genetisch bedingt ist.
00:22:19: Weil wir schlechtes Bindegewebe haben, weil wir zu viele oder zu wenig Rippen haben.
00:22:25: Weil die teilweise nicht ganz ausgebildet sind.
00:22:28: Weil der Halsläsion wird gerne angeguckt.
00:22:34: Und ja, das ist richtig und wichtig.
00:22:36: Was da auch richtig und richtig ist, ist dass ein Pferd mit nicht funktionierendem Hals pendelt, dass es einen Einfluss auf das Energiewelcycling des ganzen Körper hat's und wir eben Probleme in der Mechanik kriegen – in der Rückenmechanik, in der Hüft-Mechanik und dann irgendwann auch in den Kien und in den Sprungelenken.
00:22:57: Genau das sind sehr schwierige Fälle weil Da selten systematisch nachgeschaut wird.
00:23:05: Also ganz oft kriegen wir zum Beispiel Pferde mit Kissing Spines oder mit einer Lesion in der Hinterhand irgendwie Knie, Sprungbelenke und wenn wir einmal drauf gucken dann sehen wir ja hat das aber was es vor allem hat obwohl das ausgeheilt ist eine nicht funktionierende Mechanik im Kopf und Hals Tja!
00:23:28: Und dann müssen wir natürlich da ansetzen unserer Arbeit.
00:23:33: Das ist also nicht so, dass das... Ich möchte eine Lanze brechen für das Systematische Schauen und dafür das Pferd als System zu begreifen.
00:23:47: In der Realität sehen wir aber solange das Pherd nicht ganz offensichtlich hinkt nimmt es kaum jemand ernst.
00:23:52: Solange das pferd nicht sehr offensichtlich einen Magen befunden hat, nimmt das kaum jemand Ernst.
00:23:57: Und sogar in der Forschung sehen dass wir bei den Rückfallpatienten, das eher diskutiert wird ob die Dosis der Medikation überhaupt passt.
00:24:08: Als es dahin geguckt wird, dass das vielleicht ein chronischer Schmerz-Patient sein könnte.
00:24:13: Genau und da werden so viele Pferde einfach nicht gesehen und da würde ich mir so viel mehr Hilfe wünschen.
00:24:22: Dahinter steckt in der Praxis auch ganz auf die Annahme.
00:24:25: Pferder hätten eine besonders hohe Schmerzzellrance und solange dabei noch dran hängt muss halt laufen.
00:24:31: Und weil es Pferde in freier Natur gibt, auch wenn die mit unseren domistizierten Pferden wirklich nicht mehr viel zu tun haben und sie müssen ja auch weiterlaufen, müssen unsere Pferda das, die hier Zuhause auf dem Fruschelporniehof steht, müssen unserer Pferd das auch, das stimmt so nicht!
00:24:49: Das stimmt einfach nicht.
00:24:50: Und Pferder haben keine höhere Schmerzzoleranz als alle anderen auch.
00:24:54: Pferdes sind Wirbeltiere wie wir mit einer vergleichbaren Schmerzphysiologie Macht mit der lieben Frau Kermuzial.
00:25:01: Der heißt What If Horses Were Humans?
00:25:03: Sie haben keine höhere Toleranz, sie zeigen Schmerz einfach nur anders und als Fluchttour ist das evolutionär oft riskant.
00:25:13: Schwäche offen zu zeigen, Pferde haben auch keinen Schmerzen laut.
00:25:15: Das wissen wir.
00:25:17: also wird schmerz markiert aber nicht weniger empfunden ist nicht weniger wahr.
00:25:23: deshalb reicht erhängt ja nicht als Kriterium aus und genau deshalb kommen wir gleich auf Werkzeuge zu sprechen, die uns helfen genauer hinzuschauen.
00:25:35: Das verändert also auch die Zielsetzung.
00:25:40: Es verändert die Zielsetzung nicht die grundsätzliche Bereitschaft zu trainieren oder zu bewegen – ich mache ja gerne einen Unterschied zwischen Bewegen Einer solchen Lesion, egal ob Ostjörg-Atritis oder eine mechanische Einschränkung im Trageapparat geht es beim Training nicht darum die betroffene Struktur wieder komplett aufzubauen und zu rehabilitieren.
00:26:01: Denn das können wir oft nicht leistens biologisch einfach nur sehr eingeschränkt.
00:26:05: wirklich Es geht darum alles um die betroffenen Strukturen herum so stark und stabil zu machen dass sie selbst entlastet werden und die verbleibende Belastung so zu dosieren und zu verteilen, dass sie nicht zusätzlich was kaputt macht.
00:26:20: Trainierbar ist also fast immer etwas?
00:26:22: Die Frage ist nur ob wir am richtigen Ort ansetzen oder überhaupt richtig hingeschaut haben oder ob wir versuchen da irgendwo ein Plaster draufzukleben.
00:26:33: Wir haben also ganz unterschiedliche Ausgangslagen.
00:26:36: auf der einen Seite zum Beispiel die Sehenverletzung, auf der anderen Seite die Atrose.
00:26:42: Das ist aber nur die Hälfte des Bildes und ich will die wie ich mit der anderen verwechseln.
00:26:47: Denn die Logik, die ändert sich ein kleines bisschen sobald ein Pferd mit einer optimalen körperlichen, sobalden Pferde also... Ich mag das nicht zu negativ formulieren deswegen tue ich mich da gerade ein bisschen schwer mit.
00:27:00: Wir haben auf der einen Seite eigentlich gesundes Pferdd dass vielleicht mal ein Trauma erlitten hat, dass vielleicht einmal ein Unfallerlitten hatte Und das kriegen wir in der Regel ziemlich gut hin.
00:27:11: Auf der anderen Seite sehen wir mehr und mehr Pferde, die mit einer körperlich nicht ganz optimalen Ausgangslage geboren worden sind.
00:27:20: Und das ist ganz selten... Also natürlich kann es eine Fehlstellung sein, natürlich kann das eine asymmetrische Beckenanlage sein.
00:27:30: Aber viel häufiger sind das eben Probleme in der mechanischen Struktur und spätestens dann wenn die Wirbelsäule davon betroffen ist Dann ist es wirklich, wirklich schwierig mit der Rehabilitation.
00:27:43: Da müssen wir ganz anders denken als bei einer eigentlich gesunden Mechanik.
00:27:47: und dann haben wir eine Lesion da drin denn da ist der Körper unglaublich resilient und kann ziemlich große Wunder vollbringen.
00:27:55: Und da traue ich unseren Pferden richtig viel zu.
00:27:59: das einzige was sie nicht können ist sich gegen schlechtes Züchten werden!
00:28:02: Das ist wirklich traurig.
00:28:07: Zurück zu meinem... zurück zu meinem roten Faden.
00:28:11: Was auch bei angeborenen Problemen trotzdem trainierbar bleibt, ist wie effizient das Pferd mit dieser vorgekehrten Bauweise arbeiten kann.
00:28:24: und da dürfen wir uns freimachen von all diesen Dokmen, die wir im Kopf haben.
00:28:31: und da darf man manchmal oft kreativ sein.
00:28:33: Und meiner Erfahrung nach ist es oft vor allem die Tiefenmuskulatur, vor allen der passive Trageapparat und vor allem gute Haltung, die gute gute Ernährung, die wirklich echte Unterschiede hinterher in der Belastung macht.
00:28:51: Das das ist was ganz anderes als wenn ich entfernt maximal schlecht gehalten wird und das vielleicht so einen kleinen Turn-out nur hat, versuchen muss zu rehabilitieren.
00:29:04: Da haben wir oft wenig, wenig Chancen.
00:29:07: Na der Gründe warum auch unsere Masterclass immer Behaltung und Verhalten anfängt?
00:29:11: Und man sagt so ein bisschen es gibt ein wunderschönes, es gibt ganz wunderschönes Zitat dazu.
00:29:17: Das heißt die sicherste... Anzeichen von Schmerz, das sicherste Anzeichend von Unwohlsein ist die Abwesenheit von normalem Verhalten.
00:29:28: Jetzt wissen so wenige von uns was es eigentlich normales verhalten und deswegen wird es so selten detektiert.
00:29:34: Deswegen fällt das so seltsam auf.
00:29:35: aber wir haben eben ganz oft Pferde da stehen die ja genau dass tun.
00:29:40: sie stehen auf dem Paddock.
00:29:42: Das ist kein normales Verhalten.
00:29:44: das muss man einfach ganz klar im Hinterkopf haben.
00:29:48: Haben wir also Angeborene sagen wir mal Besonderheiten.
00:29:53: Glauben wir mal besonderheiten, Besonderheit finde ich schön!
00:29:55: Haben wir angeborene Besonderigkeiten?
00:29:58: Endet das oft nach Jahren als erworbene Arthrose, als Kissing Spines, man weiß es nicht... Aber das sind ganz häufig die Sekundärlisionen, die wir sehen.
00:30:10: Ganz häufig ist eine Sekundärlision wie wir sehen, die Nichtbelastbarkeit der Knie und die Überlastung der Elbenbogengelenke.
00:30:20: Also das sind so zwei Sachen, die wir fast in jedem Pferd, dass hier zur Ganganalyse vorgestellt wird, gefunden wird.
00:30:28: Und dann fangen wir immer damit an, Haltung und Verhalten anzugucken.
00:30:31: Wir fangen immer damit ab, Tiefenmuskulatur zu stärken.
00:30:34: Wir fahren immer damit ein quasi die Pferde auf Belastung vorzubereiten bevor wir dann in Belastungs-Training im Sinne von Fitnesstraining Muskelaufbau tatsächlich gehen, denn sonst haben wir noch eine größere Abnutzung der Strukturen als eine Verbesserung des Systems.
00:30:55: Und das ist das was so häufig passiert wenn wir Pferde haben zum Beispiel mit Ganganomalinen, mit Belastungsschwierigkeiten in der Hinterhand und dann sehen wir ganz oft dass die Pferden mit einem akuten oder chronischen Schmerzgeschehen nach besten Wissen und Gewissen belastet und dann überlastet werden oder einfach falsch belastete werden.
00:31:17: Die werden da nämlich mit Versammlung zum Beispiel belasteten, ohne dass die anderen Strukturen ohne es überhaupt geprüft wurde können die anderen strukturen das eigentlich tragen.
00:31:25: Dann versucht man mit einem Muskelaufbau zu arbeiten und baut vielleicht muskeln auf, die an Struktoren ziehen, die was anderes kaputt machen und das Problem noch verschlimmern.
00:31:36: Und deswegen breche ich immer diese Lanze dafür, dass wir Pferde ganz betrachten müssen und nicht nur den einen mechanischen Teil.
00:31:50: Bei unserer Frage, bei diesem Pferd, ob er das will sprechen, lohnt es sich also zu unterscheiden?
00:31:56: Kämpfen wir gerade gegen eine Verletzung die heilen muss, die geschützt werden will oder gegen ein Problem im Bauplan des Pferdes wo wir von Anfang an mit etwas ganz anderes arbeiten müssen.
00:32:10: ganz anders drauf schauen müssen und nicht einfach irgendwie dagegen arbeiten.
00:32:14: Einfach irgendwie die Reitlehre nehmen, dagegen
00:32:16: arbeiten.".
00:32:17: Das heißt also der Reha-Sportvergleich lässt sich begrenzt eins zu eins vom Menschen auf das Pferd übertragen.
00:32:24: Auf der einen Seite ist dieses Thema Trainierbarkeit ganz großes und wenn wir klassischerweise von Trainierbare reden dann reden wir immer von rohen Belastung von Pulszonen um die Hundertfünfzig, Hundertachtzig teilweise auch höher.
00:32:40: Das ist sicherlich keine gute Idee!
00:32:42: Das fährt aber in der Box einsperren und irgendwie wie heißt das hier im Bubble Paper?
00:32:47: Diese Luft polst obwohl ja einfangs halt auch eine gute Idee.
00:32:50: Und was ist unser Ziel?
00:32:53: Wollen wir zurück zur perfekten Belastungen oder geht es nicht mehr?
00:32:57: reparabel Aber schützbar kann ein gutes Leben damit haben.
00:33:01: Das ist eine ganz kleine, feine Grenze und wenn wir über die Rehabilitation oder Belastung sprechen dann fehlt uns diese Selbstauskunft des Pferdes.
00:33:13: Ganz wichtiger Punkt!
00:33:16: Lass uns mal zum zweiten Punkt gehen.
00:33:18: beim Sport gucke ich auch nicht immer fröhlich.
00:33:22: Stimmt?
00:33:23: Also ich weiß nicht, wie das so bei euch ist.
00:33:24: Aber bei mir stimmt das ganz sicher.
00:33:26: Ich werde dann gerne auch mit Bruder Rot der Schweiß rennt mir runter.
00:33:30: manchmal kriege ich Atemnot oder Muskel brennen und kann sicher ein angestrengtes Gesicht.
00:33:37: dass aber keine Schmerzreaktion sondern eine ganz normale uns sogar auch gewünschte Belastungsreaktionen innerhalb dieses Fensters von dem wir gerade gesprochen haben.
00:33:47: mehr noch Es gibt in der Schmerzforschung, da können wir uns ganz gut daran orientieren.
00:33:54: Ein gut belegtes Phänomen namens Exercise induced hypoalgesia.
00:34:01: Bewegung kann den schmerz aktiv dämpfen.
00:34:04: dafür stellst du dir wieder was vor nämlich diesmal ein Lautstärke regler und dieser laut stärkerega der regelt den schmärts.
00:34:13: Sobald sich der Körper bewegt, wird er ein Stück heruntergedreht weil im Gehirn gewisse Hormone und körpereigene Opioide freigesetzt werden.
00:34:21: Ist beim Menschen ziemlich gut erforscht?
00:34:24: Beim Tert gibt es dazu keine direkte Studie.
00:34:27: die Übertragung, weil beide Wirbelture Tiere sind ist ganz plausibel kann man gut machen würde aber auch noch mal bisschen Forschung schön zu sein.
00:34:39: Wichtig ist dabei zu verstehen, dass dieser Regler nicht immer in dieselbe Richtung geht.
00:34:44: Der geht nicht immer automatisch runter sondern bei chronischen Schmerz kann sich der Effekt auch umkehren und zwar in die Hyperalgesie.
00:34:54: Hyperalgésia sagt man auf Englisch geht mir ein bisschen besser über die Zunge.
00:34:59: Der Schmerzen wird dann lauter statt leiser weil das Nervensystem selbst per se schon überempfindlich geworden ist.
00:35:06: oder überempfindlich, ist ganz unabhängig vom eigentlichen Gewebeschaden.
00:35:12: Auch die Dosis der Belastung zählt.
00:35:15: Regelmäßig ausreichend lange Belastungen kann die Umkehr verhindern.
00:35:18: zu kurze oder unregelmäßige Reize bewegen nichts.
00:35:22: Also auch hier geht es wieder darum dieses Fenster zu treffen und nicht einfach zu sagen Bewegung musst du jetzt gut tun also bewegen wir dich mal egal wie du dich dabei fühlst.
00:35:37: Der Punkt, der bei der ganzen Frage ganz oft untergeht Bewegung.
00:35:39: Ob Bewegung hilft ist keine ganz klare Ja-Nein Antwort.
00:35:44: Haben wir frischen oder akuten Schmerz?
00:35:46: Kann Bewegung tatsächlich dämpfen so lange wenn nicht zu viel davon tun?
00:35:50: Bei alten prognifizierten Schmerzen kann dieselbe Bewegung genau das Gegenteil bewirken.
00:35:55: Neu oder alt macht einen ganz entscheidenden Unterschied.
00:36:00: Aber auch die Belastung an sich.
00:36:02: und du merkst wir sprechen hier immer über Bewegung.
00:36:04: Wir sprechen nicht über Training, Training hohe Pulszone, Bewegung spazieren gehen zum Beispiel.
00:36:11: Ja darf auch mal eine Joggingrunde sein also darf gerne auch mal Trab sein das gerne auch Mal Galop sein wenn das für dieses Wesen passt.
00:36:19: aber wir haben ganz ganz viele Pferde die nicht mehr trainierbar Die Nicht Trainierbar sind aber sehr gut bewegbar und auch ein gewisses Bewegungstraining An sich brauchen.
00:36:30: Das ist, glaube ich so eins der ganz großen Missverständnisse innerhalb der Pferdeszene.
00:36:35: denn wir hören auch ganz oft von Tierärzten dass die sagen das Pferd sollte nicht mehr trainiert werden.
00:36:42: und dann ist die logische Konsequenz daraus das fährt nicht mehr an zu passen.
00:36:45: Das hat er nicht gesagt.
00:36:46: Er hat gesagt er soll nie mehr ins Vierzig springt und das ist ein riesengroßer Unterschied.
00:36:50: Bewegung ist nicht Training und Training ist nicht Bewegung.
00:36:53: Da gibt es einen Bereich da überlappt sich das.
00:36:56: aber beide haben eben separat nochmal eine Definition und wenn wir die kennen, dann wird das viel leichter.
00:37:03: Das heißt also auch wenn dein Pferd in Rente geschickt wird ist alles was Spaß macht total erlaubt von Klickertraining über Teppich ausrollen, also Zirkustricks über ein gewisses Koordinationstraining über ich weiß nicht was.
00:37:16: nur eben diese ganz hohen Belastungsspitzen wollen wir nicht mehr die wollen wir nicht mehr machen, dass es zu viel Belastung für den Organismus.
00:37:26: Das bedeutet also auch wenn Pferde nicht mehr trainierbar sind, geht das nicht um Kapuzchon sondern es geht um jedes mal neu rausfinden wo ist genau das passende Belastungsfenster für dieses eine Pferd in diesem einen Zustand?
00:37:43: Wo liegt das gerade?
00:37:45: und im Idealfall wenn wir ganz viel Glück haben Wenn wir keinen chronischen Patienten haben, dann wird dieses kleine Belastungsfenster mit Zeit und Dauer Stück für Stück größer.
00:37:58: Klappt nicht immer aber manchmal!
00:38:01: Das ist doch eine schöne Sache.
00:38:02: Ich finde es super und dann muss man sich auch mal klarmachen, dass die allermeisten von uns ja auch keine Top-Athleten sind um Baulümpchen nicht so gut klarkommen würden.
00:38:12: aber wir sind durchaus in der Lage noch Runde joggen zu gehen oder den Berg hochzuklettern.
00:38:16: Genau!
00:38:16: Es gibt noch einen zweiten Mechanismus da drin, den will ich nur einmal ganz kurz anreißen.
00:38:21: Da mache ich euch eine eigene Folge zu und der heißt Stress induced energiesia.
00:38:26: das heißt also... Das ist, wie soll ich das am allerbesten erklären?
00:38:37: Es ist im Endeffekt der Unterschied zu dem was wir gerade besprochen haben.
00:38:41: Da ist nicht die Bewegung selbst der Auslöser sondern die akute Stressreaktion dieselben körpereigenden Opioide auszuschütten wird ausgelöst durch Aufregung, Anspannung die Kampf- oder Fluchtantwort nicht durch die Belastung an sich sondern eigentlich durch die Erwartungen an die Situation und Die die Aufregungen die dadurch entsteht.
00:39:06: Wir kennen es aus der Humanmedizin ziemlich gut dass man nämlich zum Beispiel wenn man ein Autounfall hatte danach überhaupt gar nicht merkt was da eigentlich passiert ist und der Arm ist schon halb ab oder man blutet sie verrückt.
00:39:17: und erst danach wenn die unmittelbare Gefahr vorbei ist dann spürt man eigentlich ist hier was nicht in Ordnung.
00:39:25: Bei Tieren ist es super gut belegt, dass eben wenn im Training besonders viel Schmerz, Diskomfort, Stress da ist das auch da.
00:39:37: dieser Prozess der Stress-Injusthenalgesia,
00:39:39: d.h.,
00:39:39: also das Pferd nimmt weniger wahr, nehmt seine Grenzen weniger wahr und geht über die eigenen Grenzen hinweg.
00:39:46: Der Stress dämpft das und däpft den Schmerzen.
00:39:50: aber danach Danach kommt auf der Punkt, den man als Crash kennt.
00:39:55: Das Pferd ist nach dem Training apathisch teilnahmslos schlechter unwilliger Steiber und vor allem auch am zweiten oder am dritten Tag danach als direkt während der Arbeit.
00:40:06: Und dann kommt man ganz oft nicht zu dem Rückschluss, ich bin nicht über die Grenzen meines Pferdes gegangen sondern Sondern man kommt zu dem Rückschritt, die Arbeit hat so gut geholfen.
00:40:18: Während der Arbeit bewegt er sich viel besser als sonst und deswegen muss ich mehr arbeiten.
00:40:23: Und dann kommen wir natürlich in einen Teufelskreis rein wo das Pferd nicht mehr wirklich wahrgenommen hat und wo der Rückstritt eigentlich schon... Dann sehen wir immer dass die Pferde schlechte Laune kriegen und so abbaumwohl genau!
00:40:39: Was wir bei Equidemia machen oder was wir bei equidemia anders machen, ist dass wir den Erfolg eines Trainings, egal ob das eine Reha ist.
00:40:47: Oder ein ganz normales Bewegungstraining oder Belastungstraining nie während des Tuns.
00:40:53: Es geht um die Ruhe danach es geht um das Pferd beobachten es geht darum das Exterieur anzugucken die Körperhaltung und vor allem auch das Wohlfühlverhalten.
00:41:05: Nicht nur, wie hat der sich während der Reitstunde bewegt?
00:41:07: Was konnte ich da rausholen?
00:41:09: Sondern wie steht er eine Stunde später in der Box?
00:41:12: Wie steht er am Tag danach in der box?
00:41:14: Wie verändert sich das Exterieur von Woche zu Woche oder eben auch nicht genau?
00:41:18: Das ist einer der Gründe, warum ich so unglaublich dankbar bin für die funktionale Ganganalyse und auch dafür dass wir tolle Schüler, also tolle Menschen um uns rum haben, die wirklich gut nach ihren Scherden.
00:41:33: Das war ziemlich viel, schon.
00:41:36: Und wir haben noch einen dritten Satz dabei!
00:41:41: Ich gehe auch mit Kopfschmerzen arbeiten und lass uns auch nochmal ganz kurz hier reingucken denn der Unterschied Das ist die Selbstbestimmung, der Mensch trifft diese Entscheidung im eigenen Wissen um die eigenen Grenzen.
00:41:55: Mit der Möglichkeit jederzeit zu passieren mit dem Wissen bis morgen vielleicht schon wieder besser ist.
00:42:00: oder bei mir ist es zum Beispiel so wenn ich Kopfschmerzen habe und eine Migräne habe, wenn ich eine Dose Cola trinkt und ein bisschen Zitrone reinmache geht's mir hinterher sofort besser.
00:42:11: und dann schaffe ich auch die erste halbe Stunde Unterricht oder E-Mails beantworten vielleicht ein bisschen langsamer als sonst.
00:42:19: Aber ich kriege das ganz gut hin, denn ich weiß gleich wird es wieder besser!
00:42:23: Bei Esfert kann sich weder eine Aspirin holen noch eine Cola trinken.
00:42:28: und vor allem trifft der Mensch diese Entscheidung ganz stellvertretend für das Pferd Und ganz oft gibt's da keine Rückmeldung.
00:42:39: Das Pferdd weiss nicht dass es sich vielleicht morgen schon wieder besser anfühlt.
00:42:44: Das ist natürlich ein strukturelles Problem, sind für uns wahrscheinlich drüber einig.
00:42:48: und genau das struktorelle Problem die fehlende Selbstauskunft ist das was ich durch alle drei Sätze zieht.
00:42:56: Ich finde dass lässt sich lösen nicht nur durch ein gutes Bauchgefühl sondern durch gute geschulte Beobachtung.
00:43:05: Die House Grünes Scale zum Beispiel ließ sich im Gesicht des Pferdes haben wir lange darüber gesprochen.
00:43:10: Wir haben das Ridden Horse Pain Instagram, aber wir haben vor allem noch bei Equidemia ein ganz anderes Werkzeug.
00:43:18: Ein viel wichtigeres Werkzeug, nämlich dass der funktionalen Gang Analyse wie wir die zum Beispiel in der Masterclass unterrichten und mit der wir arbeiten wenn wir Pferde im Training haben unser Messstab dafür ist die Funktionalität des Gangbildes der verschiedenen Bewegungseinheiten Aber natürlich auch Schmerzmarker, ganz klar.
00:43:42: Aber wenn wir mit der funktionalen Ganganalyse arbeiten wollen, dann vermeiden wir ja am Ende des Tages in den Schmerzenbereich reinzukommen, sondern wir bleiben immer unter den roten Flaggen.
00:43:55: Also kein Bauchgefühl oder nicht nur Bauch gefühlt.
00:43:58: Bauch-Gefühl brauchen wir häufig zuerst, aber das ist ja nicht so richtig wie es sein soll sondern ein ganz gut strukturiertes System dass genau dafür gebaut ist die Ränder des Fensters an konkreten Markern beim Pferd Sichtwirt zu machen ohne sich von der Maskierung während der Bewegung täuschen zu lassen.
00:44:16: Es wird kann zwar nicht Aua sagen, Schonhaltung oder die veränderte Mechanik in den Beinen, in der Wirbelsäule, in Kopf und Hals, in Torax.
00:44:24: Die ist trotzdem da!
00:44:26: So weit geht die Maskierung nicht?
00:44:31: Ich würde mir wünschen, dass wir das viel mehr ins Training integrieren bei Equidemia.
00:44:35: Machen wir das?
00:44:36: Ich würde mich wünschten, dass eigentlich die Basis auch für den Reitsport ist, was machen wir mit Pferden?
00:44:45: und dann ist es nämlich auch irgendwann total egal wenn wir funktionell trainieren.
00:44:49: Ist es total egal ob wir Akademie schreiten oder Western oder ich weiß nicht was sondern wir können eben immer innerhalb dieses Belastungsfensters bleiben und dann ist es auch egal, ob wir ein Reha-Plan bauen oder ob wir einen Leistungssportler trainieren.
00:45:04: Genau darum geht's bei uns denn dieses Fenster das hängt nicht nur vom Training ab sondern eben auch von dem was den restlichen Tag passiert von Erhaltung, vom Gewicht und der alltäglichen Bewegungsmenge.
00:45:17: Von wie regelmäßig freite ich oder eben auch nicht passt der Sattel oder passt er nicht?
00:45:22: Das heißt also die Trainingsplanung ist nicht ein isoliertes Problem, isoliert das Programm sondern einen Teil.
00:45:27: beim Pferd kannst du ja auch nicht nur die Vorderweine kaufen sondern es ist ein Teil des Ganzen und deswegen mag ich eben auch das ganze Pferde immer angucken mit seinem Menschen dazu.
00:45:39: Das ist ganz, ganz wichtig.
00:45:40: Dass in dem Moment wo wir uns mehr für das Pferd interessieren und auch für Pferde-Wissenschaften interessiert, darf es nicht gegen den Menschen gehen sondern wir dürfen immer daran denken dass Pferdepositzer, in der Regel Pferderbesitzer sind zwar weil sie ihre Pferden lieben.
00:46:00: Lass uns noch mal zurück zu Lily gehen, unserem Eingangspferd mit dem wir hier gearbeitet haben.
00:46:05: Und ich glaube nicht dass es hier etwas zu verzeihen gibt in Sinne von Ich habe mir Schuld aufgeladen.
00:46:12: was ich sehe ist ganz sicher eine Reiterin die bereiter zu isst ereignes handeln noch einmal anzuschauen nachdem sie neue Informationen bekommen und nachdem Sie mehr Information bekommen und das finde ich an sich schon Daumen hoch, ganz großes Kino.
00:46:29: Da wünsche ich mir mehr Menschen von im
00:46:31: Reitsport.".
00:46:33: Die drei Sätze die sie immer wieder in Gesprächen hört und diese so krass verunsichern sind persönlich falsch.
00:46:38: Die sind halt nur unvollständig übertragen weil Sie die fehlende Rückmeldung des Verdes ignorieren und weil was vereinfacht wird was nicht zu vereinfachend ist.
00:46:49: Verantwortung heißt auch die Lücke zu schließen.
00:46:55: Finde das Geld in beide Richtungen.
00:46:56: Weder sie muss sich mehr bewegen, noch sie darf sich nicht mehr anstrengen sondern wir finden das richtige Belastungsfenster für dieses Pferd.
00:47:08: Mit diesen Gedanken möchte ich euch ins Wochenende schicken.
00:47:13: Wir können also zusammenfassen trainierbar oder machbar ist fast immer irgendwas.
00:47:19: Die eigentliche Aufgabe ist herauszufinden was genau Und wo die Grenze zwischen aufbauen und schützen verläuft, überlasten und kaputt machen.
00:47:35: Genauer hinzusehen ist am Ende die einzig ehrliche Antwort auf die Frage An der Stelle.
00:47:42: nochmal Danke an unsere Hörerinnen dafür, dass du die Frage gestellt hast.
00:47:47: Ich hoffe, der Podcast konnte in den fünfzig Minuten ziemlich viel davon beantworten.
00:47:53: Wir werden uns noch mal ein bisschen länger mit dem Thema beschäftigen – das hat ganz viele großartige Türen aufgemacht über die wir sprechen dürfen!
00:48:01: Das war die heutige Folge von Ecuador Insights Pferdetraining mit Evidenz Wenn dir die Folge gefallen hat, dann freuen wir uns sehr über deine Unterstützung.
00:48:13: Teile uns gerne auf Social Media, lasst uns ein Abo auf dem Kanal da teilen mit deinen Freunden oder wenn du direkt eine fundierte Einschätzung für dein eigenes Wert möchtest kommen gerne in den Compass Call und zur Funktionalen Ganganalyse direkt bei uns im Team.
00:48:32: Wir arbeiten mit Evidenz Empathie und Ethik und freuen uns über jeden Pferde Menschen, der Lust hat bei der Bewegung mitzumachen.
00:48:42: Wir hören uns in der nächsten Folge.
00:48:43: Habt ein gutes Wochenende!
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